Hallo Segler

Hallo Segler

Willkommen auf unserem Blog. Wir werden hier unsere Erfahrungen mit euch teilen. Wir veröffentlichen spannende Berichte über Segeltörns, Tipps für gute Ankerplätze, Häfen und Restaurants.

Bisher könnt ihr mit uns in Griechenland segeln.
Dodekanes in der griechischen Ägäis 2018
Sporaden-Chalkidiki-Makedonien 2016 – Segeltörn in der griechischen Ägäis 2016
Korfu-Kefalonia 2013 Segeltörn im Ionischen Meer 2013

Italien, Kroatien und die Türkei folgen.

Seid gespannt! Eure Sail-More Mannschaft.

Lefkas 2019 – Segeltörn im Ionischen Meer

Lefkas 2019 – Segeltörn im Ionischen Meer

Lefkas / Levkada – Vasiliki / Levkada –  Fiskardo / Kefalonia – Ormos Frikes / Ithaka – Efimia / Kefalonia – Syvota / Levkada – Ankerbucht Porto Leone / Kalamos – Porto Spilia / Meganisi –  Ormos Desimi / Levkada – One House Bay / Atokos – Ormos Frikes / Ithaka – Vasiliki / Levkada – Ormos Rouda / Levkada – Syvota / Levkada –  Lefkas / Levkada

245 sm

Segelzeit
2 Wochen
Samstag 13. Juli – Samstag 27. Juli 2019

Segelyacht
Bavaria 42 Cruiser Baujahr 2016

Crew
Werner und Ursula Skipper,  2 Erwachsene und 3 Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren

Allgemeines

Unser Segeltörn führt uns und viele andere Segler mitten ins Herz der Ionischen Inseln. In der Hauptferienzeit sind die Häfen voll, es empfiehlt sich zu reservieren. Die geeigneten Ankerplätze sind meist schon am frühen Nachmittag besetzt. Die Inseln Levkada, Ithaka und Kefalonia bilden das Zentrum des Ionischen Meers. Sie verlaufen parallel zur westgriechischen Festlandküste. Türkisblaues Wasser, spektakuläre Steilküsten, wunderschöne Ankerbuchten, grüne Landschaft, pastellfarbene Häuser, sehr freundliche Menschen – ein Revier, wie es sich jeder Segler wünscht. Es ist ein gut erschlossenes Leichtwindgebiet, einfach zu befahren und somit geeignet für Familientörns und Segelnovizen. Die Segelbedingungen sind günstig, trotzdem muss man auch hier auf stürmisches Wetter mit Regen und Gewitter vorbereitet sein. Die Winddüsen zwischen Kefalonia und Ithaka, Kalamos Nord- und Westseite sind zu beachten. Die Segelsaison beginnt im April und endet im Oktober. Ab Mai ist das Wetter sehr beständig mit Windstärke 2-5 Bft. Normalerweise segelt man gemächlich mit der Mittagsbrise, ideale Thermik am Nachmittag, nachts schläft der Wind meist ein. Dass es auch anders sein kann, hat uns dieser Törn gezeigt. Regen, Gewitter und Sturm haben wir erlebt. Im Frühjahr und Herbst sind die Winde anspruchsvoll mit starken Böen.

Hilfreich sind die Revierbeschreibungen im Greek Waters Pilot und Hafenguide Griechenland 1

Alle Angaben sind ohne Gewähr.

1. Tag 13.7.2019 Ankunft
Mit dem Taxi vom Flughafen über die Schwimmbrücke. Sie wird zu jeder vollen Stunde für die Schifffahrt geöffnet. Erster Blick auf den Lefkas-Kanal, der die Insel vom Festland trennt. Übernahme der Yacht.
Direkt bei der Marina gibt es samstags einen kleinen Markt. Wir bunkern Obst, Gemüse, Oliven, Schafskäse und Olivenöl vom Feinsten bis die Schapps überlaufen. Zum Abendessen gehen wir, am Metall-Uhrenturm der Kapelle Agios Nicolaus vorbei,
in die Altstadt. Nach dem großen Erdbeben 1953 haben sich die Bürger der Stadt aus Sicherheitsgründen für diese Leichtbauweise entschieden.

2. Tag Lefkas / Lefkas – Vasiliki / Lefkas 42 sm
Leinen los! Wir motoren durch den Lefkas-Kanal.
Der schmale Kanal, der von Sandbänken gesäumt wird, ist gut betonnt. Tücher hoch! Mit 15 kn Wind segeln wir raumschots zu unserem ersten Ziel an der Nordküste der Insel Meganisi nach Porto Spilia 38°39,8’N 020°45,7’E. Bei der Ansteuerung der Bucht Spilia, und auch von Vathi, ist unbedingt der gefährliche, nicht sichtbare Unterwasser-Fels Cheiromyti, südöstlich von Skorpios zu meiden. Schon von der Ferne sieht man den hoch oben gelegenen malerischen Ort Spartochorion auf Meganisi . Der Mariniero hat keinen sicheren Anlegeplatz mehr, denn er erwartet sehr viel Wimd. Er verweist uns nach Vathi 38°39,8N020°47’E. Dort sei es sicher und es gäbe viel Platz. Leider ist der Hafen voll! Die Windanzeige ist nun konstant bei 20 kn. Weiter gen Osten hat keinen Sinn, da die Ankerplätze bei diesen Windverhältnissen nicht sicher sind. Zurück gen Westen zur Bucht von Ormos Desimi südlich von Nitri. Die 5m Linie ist schon belegt. Der steilabfallende Grund ist uns bei einer Wassertiefe von 15 – 20 m und 25 kn Wind zu unsicher. Weitersuche nun unter Motor bei 3o kn Wind gegen an. Neptunstaufe, Wasser kommt über. Wir brausen zum tiefeingeschnittenen, bei allen Winden sicheren  Naturhafen von Syvota 38°37,3’N020°41’E. Voll!  Ankerversuch wegen Wassertiefe und Wind abgebrochen. Bei 35 kn Wind Böen 42 steuern wir klatschnass die letzte Möglichkeit Vasiliki  38°37,6N020°36,3’E an.
Am vorletzten Anlegeplatz machen wir mit heftigem Seitenwind mit Buganker an der Anlegestelle vom Mira Mare Restaurant fest. Sehr hilfreiche Restaurantleute! Spring liegt, der Sturm kann kommen. (Reservierungen: Mira Mare Restaurant Tel. 0030 264 503 1908 sehr hilfsbereit mit sehr guter Küche! oder Anlegestelle Yacht-Café Tel. 0030 697 445 8024). Wir sind wieder zurück auf der Insel Levkada. Aufgrund der starken thermischen Winde herrschen hier ideale Bedingungen für Wind- und Kitesurfer.

3. Tag Vasiliki/ Levkada – Fiskardo / Kefalonia 14 sm
Um einen Anlegeplatz im so gerühmten „Aaaah Fiskardo“ 38°27,5N020°34,8’E im Norden der Insel Kefalonia zu bekommen, heißt es nach einer stürmischen Nacht am frühen Morgen Anker auf, denn wir wollen einen Anlegeplatz ergattern, sobald eine Yacht den Hafen von Fiskardo verlässt. Das Frühstück wollen wir unter Fahrt einnehmen, da sich der Wind beruhigt hat. Wir planen, Neptun und Aiolos lachen! Sie schicken uns Querabwellen, die unsere „Sake“ ordentlich durchbewegen. Wir steuern den südlichen Teil des Hafens an, denn im nördlichen Teil reißt der Anker bei viel Südwestwind, aufgrund der Düse zwischen Ithaka und Kefalonia, leicht aus.
Eine Minilücke wird unmittelbar vor den Restaurants frei. Wir machen mit Buganker an der Kaimauer fest. Der Anker hält gut in Seegras und Sand. Wir sind face to face mit den Barbesuchern.
Unsere Passarella stößt fast an die Bestuhlung. Die Fähre spuckt Horden von Passagieren aus, die alle an unserer Yacht vorbeiziehen und Aaaah Fiskardo besuchen wollen. Ooooh Fiskardo, wir freuen uns auf die nächste ruhige Bucht. Spätankommer können auf den Fährplatz hoffen, den man von 19:00-10:30 belegen darf.

4. Tag Fiskardo / Kefalonia – Ormos Frikes / Ithaka  12 sm
Mühelos hieven wir unseren Anker. Da Regen angesagt ist versuchen wir auf Ithaka in Kioni 38°26,9’N020°41,4’E anzulegen.
Voll – weiter  nach Frikes 38°37,3N020°41,03’E. Alle Anlegeplätze sind belegt. Weitersuche in der großen Bucht von Ormos Frikes bis wir in der südlichsten, kleinen Bucht von Mavraounas bei dem Kirchlein Agios Nikolaos am Anker schwoien. Ein ruhiges Plätzchen, das wir nach Fiskardo zu schätzen wissen. Da sich eine andere Yacht dicht neben uns legt, müssen wir Landleinen legen. Nach dem Gewitter wird der Anker abgetaucht.
Unsere Service-Batterie blinkt, Kühlschrank aus! Nun können wir unsere Elektronics nicht mehr laden, die wir für die Wetterdaten benötigen.

5. Tag Ormos Frikes / Ithaka – Efimia / Kefalonia 21 sm
Frühmorgens schlägt die Haupt-Batterie mit einem ohrenbetäubenden Ton  Alarm. Beide Batterien nähern sich dem Ende. Motor an! Schnell die Landleinen einholen und den Anker hieven. Wir brauchen Strom! Leider laden die Batterien nicht! Ein Anruf bei der Basis ändert unsere Törnidee nach Süden bis Zakynthos zu laufen. Wir müssen nach Efimia 38°18,2’N020°36’E.
Dort soll ein Techniker das Problem lösen. Wir laufen nach Efimia ein. Hinter einer hohen Hafenmauer möchten wir an der Mole festmachen. Es wird empfohlen aufgrund der Fallböen die von Land quer von Westen durch den Hafen wehen genug Kette zu stecken und den Anker gut in Sand und Seegras einzufahren. Genau bei diesem Manöver rauscht die Ankerkette aus! Kette wieder eingelegt und die Nuss festgezogen. Ankermanöver gelingt. Es gibt Strom und Wasser, doch keinen Techniker! Baden an der steinigen Badebucht. Als das Hähnchen im Backofen fertig ist kommt auch ein Elektriker, der sich leider erfolglos um das Ladeproblem kümmert. Ansage der Basis: zurück nach Syvota.

6. Tag Efimia / Kefalonia – Syvota / Levkada 14 sm
Zurück zur Insel Lefkas – unserem Ausgangspunkt. Unter Motor gegenan durch den Kanal zwischen Kefalonia und Ithaka zur Mittagsbucht. Nach Bade- und Mittagessenstopp bis zur Nordspitze des Kanals.  Dann mit Halbwind bis kurz vor die Anlegestelle von Stavros  38°37,2’N020°41,3’E in Syvota gesegelt.
Welch ein Spaß! Bei Stavros  Tel. 0030 2645 031181 bekommen wir supernette Anlegehilfe. Während wir sehr lecker essen wird unsere Yacht von 2 Mechanikern repariert.

7. Tag Syvota / Levkada – Ankerbucht Porto Leone / Kalamos  25 sm
Nach dem Frühstück finden wir im Städtchen sehr gute Einkaufsmöglichkeiten.

Dann steuern die kleinen Matrosen unter Motor gen Osten. Raumschots 18 sm bis zur schönen Ankerbucht von Porto Leone. 38°35,8’N020°53,1’E, südöstlich der Hauptstadt Kalamos. Auch hier war 1953 die Erdbebenzerstörung so gewaltig, dass Brunnen Risse bekamen und Meerwasser einsickerte. Aufgrund der fehlenden Lebensgrundlage verließen Bauern und Fischer die Region. Nur die gelbe Kirche wird in der Ruinenstadt liebevoll gepflegt.
Wir ankern südlich des zerstörten Dorfes im matschigen Grund. Da Wind aufkommt, legen wir mit dem Dinghi 2 Landleinen an den Fels, der von vielen Seeigeln und Hundertfüßlern bewohnt wird. Eine ideale Bucht zum Schwimmen und Dinghifahren.

8. Tag Ankerbucht Porto Leone / Kalamos – Porto Spilia / Meganisi  15 sm
Wir segeln 2 1/2 Stunden mit einem Amwindkurs an die Nordküste der Insel Meganisi.
Unser Tagesziel ist der reservierte Restaurantsteg in Porto Spilia 38°39,8’N020°45,7’E. Schon von Ferne leuchtet der hoch oben am Berg liegende weiße Ort Spartochorion. Wir machen mit Moorings am Schwimmsteg fest. Dann werden Segler zu Landratten und bewältigen den steilen Aufstieg zum Örtchen Spartochorion. Nach ca. 20 Min. stehen wir auf der Dorf-Terrasse, unmittelbar am Hang,
die einen herrlichen Ausblick auf die Inseln Levkada und Skorpios bietet und natürlich auf unsere „Sake“ die im ruhig „Binnensee“ liegt.
Etwas oberhalb gibt es eine Taverne, die zu diesem Fernblick perfekte Cocktails und die weltbesten Waffeln serviert. Verweilen ist hier Pflicht! Von hier kann man schön die Yachten beobachten, die am Spätnachmittag wie auf einer Perlenschnur einlaufen.

9. Tag Porto Spilia / Meganisi – Ormos Desimi / Levkada   7 sm
Sozusagen um die Ecke liegt die schöne Bucht Desimi an der Ostküste von Levkada. Leider ist sie dafür bekannt. Sie ist voll, voll, voll! Alle Plätze sind am Sandstrand belegt. Unser Anker fällt in 12 m Tiefe und hält im Gras. Da wir sehr früh eingelaufen sind hoffen wir auf einen anderen Platz, wo wir Landleinen legen können. Das Warten hat sich gelohnt. Wir liegen jetzt sicher an der Nordseite der Bucht mit Landleinen.
Zeit zum Schwimmen und im Bootmannstuhl zum Masttopp hehievt werden. Mit dem Dinghi paddeln wir zur Taverne und zum Einkaufen.
Danach wird die kleine Grotte an der Ostseite der Bucht erforscht. Sie liegt malerisch unter einer weißen Felswand.10. Tag Ormos Desimi / Levkada – One House Bay / Atokos – Ormos Frikes / Ithaka    29 sm
Anker auf, fluchtartig verlassen wir die Moskito-Bucht. Unter Motor zur One-House-Bay. 38°29’N020°48’E. Hier sammeln sich anscheinend alle Boote des Ionischen Meeres. Es ist so voll um diese Jahreszeit, dass wir kaum einen Blick auf das Haus werfen können. In Kioni gibt es für uns keinen Anlegeplatz mehr.
Weiter zur großen Bucht von Ormos Frikes 38°37,3N020°41,03*E bis wir wieder in der südlichsten, kleinen Bucht von Mavraounas bei dem Kirchlein Agios Nikolaos Landleinen legen und den Anker gut in Gras und Modder einfahren. Leider gab es heute keinen Segelwind. Dafür in der Bucht um so mehr. Bei 32 Kn Wind entlasten wir den Buganker mit einem Hahnepott und bauen den Bimini zurück.

11. Tag Ormos Frikes / Ithaka – Vasiliki / Levkada    20 sm
Zum Sprung ins glasklare Wasser vor dem Frühstück lädt diese einsame Bucht ein. Anker auf, die Ankerwinsch stöhnt, denn wir haben den halben Grund auf der Flunke. Mit Halbwindkurs segeln wir 20 sm von Ithaka nach Levkada. Leider ist durch eine Flotille am Steg vom Mira Mare Restaurant  alles belegt.
Wir bekommen an der Seite des Fischerhafens beim Yacht Cafe Tel. 0030 69 74 45 80 24 statisvasilatos@hotmail.com www.yachtbar.gr den vorletzten Platz. Dann ist der Hafen voll!

12. Tag Vasiliki / Levkada – Ormos Rouda / Levkada    10 sm
In Vasiliki kaufen wir frisches Gemüse und Obst. Es gibt ein sehr gutes Angebot für Lebensmittel. Unser Tagesziel ist die große Bucht von Rouda 38°37,2’N020°42,2’E. Sie liegt ca. 25 km südlich der Hauptstadt. Beim Einlaufen in die Bucht sehen wir etliche tote Fischchen an der Wasseroberfläche treiben. Erster Ankerversuch scheitert an der Wassertiefe, außerdem sind wir zu nah an Land. Anker auf! Dabei ziehen wir einen riesigen Seegrasbusch hoch, den wir mühsam entfernen müssen. Beim 2. Versuch bringen wir an der anderen Seite der Bucht eine Landleine aus. Dabei gefällt uns die Wasserqualität nicht. Ein schmieriger, stinkender Ölfilm hat sich auf dem Wasser angesammelt. Den 3. Versuch starten wir mit Landleinen am einsamen Westufer der Bucht. Der Anker hält hier gut im Morast. Hier ist das Wasser sauber und der kleine Kiesstrand gehört uns alleine zum Strandhütten bauen.
Es wird eine unruhige Nacht, Schwell steht in die Bucht. Der Anker hält gut und wir bewundern in der stockdunklen Nacht den Sternenhimmel.

13. Tag  Ormos Rouda / Levkada – Syvota / Levkada    18 sm
Schwimmen vor dem Frühstück. Doch schon kommen die ersten Tagesgäste in unsere einsame Bucht. Nach einer kurzen Dinghifahrt zur Höhle legen wir ab. Heute ist Lustsegeln angesagt, denn wir haben in Syvota 38°37,2’N020°41,3’E bei Stafros Tel. 0030 2645 031181 reserviert und können den ganzen Tag auf dem Wasser verbringen. Die Pantoon-Crew nimmt die Leinen entgegen. Wir genießen wieder auf der Terrasse von Stafros das leckere Essen und schauen etwas wehmütig auf unsere „Sake“ hinab, denn morgen heißt es Abschied nehmen.

14. Tag  Syvota / Levkada –  Lefkas / Levkada    18sm
Unter Motor fahren wir durch den Kanal zur Marina. Tanken in der Marina, bis der Tank überläuft! Der Mariniero achtet ganz genau, dass Tank und Kanister bis auf den letzten Tropfen gefüllt sind. Ein letztes Abendessen auf unserer „Sake“. Morgen fliegen wir nach einem abwechslungsreichen Segeltörn nach Hause nach Stuttgart.

Dodekanes 2018 – Segeltörn in der griechischen Ägäis

Dodekanes 2018 – Segeltörn in der griechischen Ägäis

Dodekanes in der griechischen Ägäis

 Rhodos – Symi – Tilos – Kos – Kalymnos – Leros – Nisis Maratho – Patmos – Kos – Nysiros – Tilos – Symi – Rhodos

Gesamtstrecke 372 sm

Segelzeit
2 Wochen
Samstag 16. Juni – Samstag 30. Juni 2018

Segelyacht
Bavaria 37 Cruiser Baujahr 2018

Crew
Werner und Ursula

Allgemeines

In den Dodekanes wird sportlich, mit viel Wind und Welle gesegelt. Im Frühsommer ist das Revier noch nicht überfüllt und man findet schöne Ankerplätze und Anlegestellen an Tavernen oder im Hafen. Die Liegekosten sind gering. Selten gibt es im Hafen Toiletten oder Duschen. In der Regel gibt es keinen Hafenmeister, der beim Anlegen hilft.

Hilfreich sind die Revierbeschreibungen im Greek Waters Pilot.

Alle Angaben sind ohne Gewähr.

1. Tag 16.6.2018 Ankunft
Ein Taxi bringt uns für 25 € vom Flughafen „Diagoras“ auf Rhodos zum alten Stadthafen Mandraki. Schon aus der Ferne sieht man die Windmühlen am Hafen.


Der Mantraki-Yachthafen grenzt direkt an die Altstadt, die mit mächtigen Mauern aus der Kreuzritterzeit begrenzt ist.
Wir übernehmen unsere brandneue Yacht Nenemia, eine Bavaria 37 Cruiser Baujahr 2018 .


Gleich am Hafen befinden sich 2 gut ausgestattete Supermärkte, die zum Boot liefern. Nachdem alles in den Schapps verstaut ist, brechen wir auf zur ersten kleinen Stadtbesichtigung. In der orientalisch anmutenden Altstadt findet man kleine Tavernen, von riesigen Bäumen beschattet, Restaurants mit griechischen Köstlichkeiten und einen Weinladen, an diesem Platz, mit einer exzellenten Auswahl.


Die erste Nacht auf der Yacht mit Blick auf die beleuchtete Altstadt wird leider durch Discomusik bis 3 Uhr getrübt.

2. Tag 17.6.2018  Rhodos / Mandraki Marina – Symi / Ormos Panormitis          12 sm
Ablegen und unter Motor Richtung Symi. Unser Tagesziel ist an der SW-Küste der Insel Symi: Ormos Panormitis. Die griechisch / türkische Seegrenze ist zu beachten! Wind und Welle gegen an. Trotzdem setzen wir Segel und schleichen am Wind mit 3 Knoten. Dafür ist der Schlag zu lang. Glücklicherweise dreht der Wind etwas und wir können am Wind 2 Stunden mit bis zu 8,5 Knoten laufen. So macht segeln Spaß.

Die Ansteuerung 36°33,06N 027°56053’E ist einfach, da das Kloster Panormitis eine gute Landmarke ist.


Windmühle auf der Einfahrtshuk.


Die Bucht von Ormos Panormitis ist fast ganz vom Land umschlossen und bietet einen sicheren Ankerplatz bei allen Winden.
Unsere Yacht ist so neu, dass sogar der Anker noch mit Folie eingepackt ist. Guter Ankergrund. An der Pier, direkt vor dem Kloster legen große Ausflugsschiffe und riesige Wassertanker (Schwell) an. Die großen Schiffe werden vom Kloster mit Glockenspiel begrüßt. Zufahrt unbedingt freihalten.


In glasklarem Wasser kann man hier herrlich schwimmen und den Anker abtauchen. Unsere Auberginen-Tomaten-Pasta duftet durch die ganze Bucht. Kein Grund für uns an Land zu gehen. Wir genießen den sternenklaren Abend auf unserer Yacht.

3. Tag 18.6.2018  Symi / Ormos Panormitis – Tilos / Livadia          28 sm
Anker auf. Anfangs mit Motor, dann am Wind mit 4-6 kn Fahrt Kurs Südwest nach Livadia auf Thilos. Die Insel ist noch nicht touristisch entdeckt. Es ist die Insel der Ziegen. Schon von Ferne kann man die Bucht und das Dorf erkennen. Ansteuerung Liman Livadia  36°25,01’N 027°23,21’E.


Der Hafen von Livadia liegt in einer weiten Bucht an der Ostküste von Tilos. 14 Boote haben im Hafen Platz, wir waren die Nummer 13. Man legt mit Buganker an. Der Grund, Sand mit Seegras, hält engeblich gut. Der sehr nette Hafenmeister, der deutsch spricht, lässt uns längs am Stadtkai anlegen (0,20 € pro Bootsmeter + Wasser und Strom, insgesammt 16 €). Abgesehen von einem Platz für ganz kleine Yachten mussten alle Nachfolger in der weitläufigen Bucht vor Anker gehen. Eine edle Gullet durfte, nachdem das Fährschiff weg war, am Außenkai anlegen.


Auf der Terrasse des Restaurants Gorgonos essen wir vorzüglich. Zickleinbraten ist eine Spezialität der Insel. Es empfiehlt sich einen Tisch mit Hafenblick zu reservieren.

4. Tag 19.6.2018      Tilos / Livadia – Nisyros – Kos / Ormos Kamari          38 sm
Am Morgen eindampfen, ablegen. Natürlich kommen Wind und Welle direkt auf die Nase. Das bedeutet mit Motor an der Vulkaninsel Nisyros vorbei Richtung Kos. Dann pflügt der Captain am Wind mit 7- 8,5 kn durchs Wasser zur Südspitze von Kos. Bei der Ansteuerung  36°44,3’N 026°58,6’E ist an der Nordseite der Bucht ein großes weißes Hotel zu sehen. Der Anker fällt in der Bucht von Ormos Kamari. Umlaufende Winde lassen uns an der Ankerkette Karussell fahren. Der Anker hält gut in 6 m Tiefe auf Sandgrund, der mit Seegras bewachsen ist. Die Bucht sei auch bei Meltemi sicher.

5. Tag 20.6.2018  Kos / Ormos Kamari – Kalymnos / Stadthafen Kalymnos          38 sm
Ankerkasten ist zu klein, dadurch staut sich die Kette beim Einholen. Macht das Ankermanöver etwas mühsam. Unter Motor entlang der Westküste von Kos.  Dann am Wind mit 7-8 kn nach Kalymnos 36°44,3’N 026°58,6’E
Bei der Ansteuerung kann man sich an dem Kloster oberhalb der Stadt und an der glänzenden Kuppel der Kathedrale orientieren.


Im großen Stadt-Hafen römisch-katholisch mit Anker problemlos angelegt.
Das von den Schwammtauchern geprägte Städtchen ist sehenswert. Im Supermarkt Proviant gebunkert, ein Bier vom Fass auf der Promenade getrunken. Direkt vor der Anlegestelle gibt es gute Restaurants.

6. Tag 21.6.2018  Kalymnos – Leros / Ormos Panteli          23 sm
Um 8:30 starten wir ohne Probleme, bis der Anker nicht in die Verwahrung will. Er ist verdreht. Zum guten Schluss kann der Captain ihn drehen und wir fahren unter Motor die Ostküste von Kalymnos entlang zur Bucht von Vathy 36°58,4`N 027°01,7`E. Sie liegt tief eingeschnitten zwischen Felsen.


Segelversuch, doch der Wind schläft ein. Wir erreichen fockunterstützt den kleinen Hafen Panteli auf Leros.
Ansteuerung Nord-Westseite der Bucht 37°09,00`N 026°51,80`E.  Wir sind für alle Anlegemöglichkeiten gerüstet. Aus der Ferne scheint es längs zu werden. Doch, der Hafen ist von Fischerbooten besetzt, darum ankern wir am Westende der großen Bucht auf 4 m . Guter Ankergrund.


7. Tag 22.6.2018  Leros / Ormos Panteli – Nisis Maratho / Seeräuber-Taverne          27 sm
Gen Norden mit Halbwind.
Bei der Ansteuerung muss man in diesem Gebiet, wegen der vielen Riffe, die Seekarte konsultieren 37°22,1`N 026°43,7E . Ohne Kollision mit den unterirdischen Felsen erreichen wir die Seeräuberbucht auf Maratho.


Wir legen an der Boje an, die augenscheinlich zum Seeräuber-Restaurant gehört, denn hier ist ein altes Seeräuberschiff festgemacht.


Ankerschluck mit Tzatziki. Ich entdecke ein Restaurantschild und eine Seeräuberflagge am entfernten Ende der Bucht. Dies ist das echte legendäre Seeräuberrestaurant und das andere hat uns mit diesem Schiff in die Irre geführt. Ablegen und beim Seeräuber an der Boje festmachen.
Herrliche Bucht zum Schwimmen.


Der Seeräuber hat uns in einem Wackelboot abgeholt und nach einem guten Essen mit Zucchini- und Pulpoteilchen, danach Zicklein aus dem Ofen und Pastizio gut zu unserer Nenemia zurückgebracht. Alles zusammen 50 €, das bezahlt man in Italien an Liegegebühren.
8. Tag 23.6.2018  Nisis Maratho –  Patmos / Skala 12 sm
Tagesziel ist die nördlichste Insel der Dodekanes Patmos mit dem Naturhafen Limin Skala. Ablegen von der Boje um 6:45. Wir motoren zum kleinen Hafen      Porto Augusta auf Arki 37°22,8’N 026,44,2’E. Netter kleiner Hafen, wäre auch eine Möglichkeit gewesen.
Weiter geht es am Wind zur Insel Patmos. Unsere Nenemia segelt auch mit mäßigem Wind gute 5 Knoten. Bei der Ansteuerung  37°19,5’N 026°32,8’E muss auf die vielen Felsinseln und zahlreichen Kliffs geachtet werden. Das Kloster ist von weitem zu Erkennen.


Anlegemanöver römisch-katholisch mit Anker. Eilig, bevor die Touristenbusse kommen, zum Kloster mit einem höchst aufgeregten Taxifahrer für 8 €.
Das Kloster Agios Ioannis Theologos gleicht einer Festung und hat viele verwinkelte Räume und Gänge.


Hier hat der Theologos Joannis (Evangelist Johannes) in einer Grotte seine Erleuchtung gehabt, auf deren Grundlage das Kloster errichtet wurde. Dieser Ort gilt als Jerusalem der griechisch-orthodoxen Kirche.


Wir laufen durch die Chora, doch die kleinen Shops sind noch geschlossen. Mit dem Bus zurück ans Meer zu unserem Schiff. Anker hält.

Die Kreuzfahrer erwecken erst später den Ort und werden mit unzähligen „Taxibooten“ an Land gebracht.
Trotz touristischem Hotspot bezahlen wir im Hafen von Patmos, 2,70 € für die Kleine und 10 € für Wasser und Strom.

9. Tag 24.6.2018  Patmos / Skala – Kos / Kos Marina          55 sm
6:30 ablegen im Hafen von Patmos. Kurz nach der Hafenausfahrt die Tücher rauf und los geht der ultimative Ritt dieses Törns. Raumschots mit 1 m Welle passieren wir westlich gen Süden Leros. Wechseln an der Südspitze zwischen Leros und Kalymnos auf die Ostseite von Kalymnos. Sehr schmale Durchfahrt, die sich aber gut passieren lässt. 5-8 Knoten Fahrt auf der ganzen Strecke. Unsere Nenemia läuft was das Zeug hält. Die türkische Grenze respektierend rauschen wir, die Untiefen beachtend am Kap Ak Ammoglossa gen Hafen. Hier gibt es nochmals viel Halbwind, der das Boot ordentlich zum Krängen bringt. Die Ansteuerung der neuen Marina von Kos ist einfach 36°53,52’N 027°18,1’E.
Normalerweise wird die Marina per Funk angerufen. Glücklicherweise wartet schon der Hafenmeister, der uns mit seinem RIB-Schlauchboot den Platz zuweist. Er rast durch seinen Hafen, dass wir ihm kaum folgen können. In der Marina von Kos legen wir bei 20 Knoten Wind auf den Bug an. Es gibt helfende Hände beim Anlegen. Mit 2 Moorings sind wir für die Sturmnacht gut vertäut.
Kos ist eine große „Fressstadt“, überall gibt es unglaublich viele Restaurants für unglaublich viele Urlauber. Überreste der Antike und eine Festungsanlage sind sehenswert, finden jedoch bei den Pauschaltouristen wenig Beachtung. Angeblich soll hier Hippokrates unter einer Platane unterrichtet haben. Langsam macht sich der Segeltag bemerkbar. Wir spüren beide, dass wir den ganzen Tag am Ruder standen. Segeln ist Sport. Die Marina von Kos, mit mangelhaften Sanitäranlagen, verlangt für eine 37 Fuß Segelyacht 30 € ohne Wasser und Stromabnahme.

10. Tag 25.6.2018  Kos Marina – Nysiros / Paloi          24 sm

Immer noch viel Wind, darum heute nur eine kurze Strecke bis Nisyros, die es, wie sich schnell herausstellt, in sich hat!
9 Uhr ablegen in der Marina von Kos und sofort unter Segel ostwärts raumschots bis zum Kap.
Dort bei 20-28 Knoten Wind halsen auf 225° Kurs.Wir winken hinüber in die Türkei.
Südwestlich gerefft mit Halbwind weiter.
Groß eingeholt,
Rückbau der Bimini, wir müssen jede Segelfläche minimieren.
Mit gereffter Fock weiter. Um 11 Uhr plötzliche Windstille, 1 Std. weiter mit Motor.
Wieder Tücher hoch, 20 Knoten Wind, auf Amwindkurs auf Nisyros zugeschossen.

Schon vom Meer aus sieht man die Vulkane, die sich auf der Insel erheben.
Bei der Ansteuerung des Hafens Paloi  36°37,15’N 027°10,25’E muss man auf das Riff nördlich des Kaps Ak Ammodes achten. Danach kann man sich an einem großen verlassenen Gebäude, das ehemalige Heilbad, orientieren. Die Hafeneinfahrt, die man südlich ansteuern muss, ist mit kleinen Bojen gekennzeichnet.

Wir lassen sie an backbord liegen. Der Captain hat große Bedenken für das Anlegemanöver mit Anker bei 20 Knoten Seitenwind.


Im Hafen ist es hinter dem Wellenbrecher glücklicherweise etwas ruhiger, so dass wir gut anlegen können.
Der Anker hält im Untergrund mit Schlick, Sand und Fels. Keine Hafengebühren, da die Hafenmeisterin noch keine Arbeitspapiere hat.


Paloi ist ein hübscher kleiner Ort. Der ideale Ausgangspunkt für eine Inselrundfahrt. Am Hafen gibt es Autovermieter, die unkompliziert allerlei Gefährte für einen Ausflug zum Vulkan anbieten.

11. Tag 26.6.2018  Nysiros – Inselbesichtigung
Wir mieten ein Auto und erkunden die vulkanische Insel. Auf Empfehlung verlassen wir unsere Nenemia in Paloi um 7:30 Uhr und fahren direkt ins Vulkanzentrum. Noch sind keine Touristenströme da, die per Bus vom Hafen von Mandraki angekarrt werden. Wir laufen am Rand des noch tätigen Trichters von „Stefanos“ und bestaunen die Rauchfahnen.


Hier brodelts ganz schön und stinkt nach Schwefel.


Es gibt noch 2 weitere Trichter, die aber ruhig sind. Auf der Straße liegen immer wieder Steinschlagbrocken, die ich wegräume.


Weiter geht es zum sehr interessanten Vulkanmuseum nach Nika.


Vom Ort aus gibt es einen tollen Rundumblick über den Kraterrand.


Weiter nach Emborios. Wir machen uns zu Fuß auf den Weg. Am Restaurant „Balcony“ vorbei. Sehr schöne Aussicht, leider ist für uns noch nicht Essenszeit.

Nahe der Bushaltestelle, etwas unterhalb des Parkplatzes, gibt es eine natürliche Sauna. Erwa 50° C warme Luft strömt vom Vulkan in die kleine Höhle.
Jetzt rollen die Busse an. Einer nach dem anderen und unzählige Touristen überfluten die kleine Insel. In der Hafenstadt Mandraki gibt es kleine Shops, die Schmuck und andere Dinge aus schwarzem Lavastein anbieten.


Man gelangt über unzählige Stufen zu dem eindrucksvollen Kloster Panagia Spiliani.
Dann zum Hafen, wo sich der einzige Bankomat der Insel befindet. Im verlassenen Hinterland finden wir das kleine Kloster Moni Evangelistrias. Zu! Wieder zurück über Paloi, Blick auf unsere Yacht im Hafen, an der Küste entlang nach Leis zum Baden an den Lavastrand.

12. Tag 27.6.2018  Nysiros / Paloi – (Symi) Tilos / Livadia          18 sm
Ablegen um 8:30 Uhr. Wieder viel Wind von Süd 15-20 Knoten. Während des Segelsetzens fällt der Gashebel ab und wir müssen erst mal einen Imbusschlüssel suchen. Leider haben wir diesmal unser Werkzeug nicht dabei. Künftig segeln wir wieder mit eigenem. Schließlich findet sich ein passender Imbusschlüssel und wir können die Reparatur ausführen. Mittlerweile krängt das Schiff stark, so dass wir froh sind, dass alles wieder in Ordnung ist. Wir kreuzen 3 Stunden gegenan. Über Nysiros sind schwarze Wolken. Wir müssen immer mehr abfallen, da der Wind mit 15-22 Knoten direkt auf die Nase drückt und Wellen mit 1 m Höhe die Fahrt verringern. Darum ignorieren wir die türkisch / griechische Grenze. Nenemia stampft durchs Wasser und wir können schon fast die Ruinen von Knidos sehen. Planänderung unter diesen Umständen erreichen wir Symi erst bei Nacht. Darum nehmen wir Kurs auf Tilos. Nach 3,5 Stunden unter Motor erreichen wir Liman Livadia auf Tilos 36°25,01’N 027°23,21’E. Unser netter Hafenmeister weist uns wieder einen Platz am Steg zum Längsanlegen zu. Hafengebühren von 2,20 € da wir weder Strom noch Wasser benötigen und ein Bier für den Hafenmeister. Erst mal was essen nach der anstrengenden Segel-Motortour.
Am Abend speisen wir im Gorgono (Tisch reservieren) mit Blick auf Hafen und Meer vorzüglich.


13. Tag 28.6.2018  Tilos / Livadia – Symi / Ormos Panormitis          28 sm

8:15 legt der Co-Captain ab und gleich wird das Groß hochgezogen.


Neuer Schaden, die WC-Türgriffe fallen ab. Provisorisch werden sie mit Gaffaband befestigt und die Reparatur auf die Ankerbucht verschoben. Raumschots bei 15-20 Knoten, Böen auch gerne etwas mehr bei anfangs 60-80 cm Welle. Diese steigert sich bis zum Schluß auf 1,5 m. Reisegeschwindigkeit mit 5-8 Knoten. Wieder einmal rauschen wir bis vor die Ankerbuchteinfahrt unter Segel.

Die Ansteuerung 36°33,06N 027°56053’E ist einfach, da das Kloster Panormitis eine gute Landmarke ist.


Windmühle auf der Einfahrtshuk.
Anker fällt um 13:15. Ein Hahnepott wird zur Ankerwinschentlastung installiert. Immer wieder pfeifen Böen in die Ankerbucht und lassen unsere Nenemia tanzen. Wir liegen sicher auf der 4 Meterlinie im Süd-Westteil der Bucht mit Blick auf das Kloster und die Fähranlegestelle. Schwimmen im herrlich türkisfarbenen Wasser.
Eine wunderbare Ankerbucht, auch, wenn draußen die Wellen toben. 
Wie beim letzten Besuch der Bucht, steht der Esel wieder regungslos an seinem Häuschen.

14. Tag 29.6.2018      Symi / Ormos Panormitis – zur Basis Rhodos           27 sm
Abschied von der Ankerbucht und unter Motor an der unreinen Küste entlang. Dann 7 sm gesegelt, bis nur noch Wellen, aber kein Wind uns antreiben. Wir motoren nach Rhodos. Entlang der Küste stehen viele große Hotels. Man kann sich schon aus der Ferne an der schmalen Landzunge orientieren, die aber großräumig umfahren werden muss. Ansteuerung des Yachthafens Mandraki 36°27,0’N 028°13,65’E
An der schmalen Hafeneinfahrt bewachen auf hohen Seulen Hirsch und Hirschkuh den Mandraki-Hafen. Einst soll hier die Bronzestatue des Sonnengottes Helios, genannt der Koloss von Rhodos, gestanden haben. Eines der sieben Weltwunder ging bei einem Erdbeben 227 v. Chr. für immer verloren.


Sehr freundliche und kompetente Abnahme durch die Charterbasis.

Insgesamt 207 sm unter Segel, 165 sm unter Motor.

Dodekanes 2018 – Segeltörn in der griechischen Ägäis (Textversion zum Ausdrucken)

Dodekanes 2018 – Segeltörn in der griechischen Ägäis (Textversion zum Ausdrucken)

Dodekanes in der griechischen Ägäis

 Rhodos – Symi – Tilos – Kos – Kalymnos – Leros – Nisis Maratho – Patmos – Kos – Nysiros – Tilos – Symi – Rhodos

Gesamtstrecke 372 sm

Segelzeit

2 Wochen

Samstag 16. Juni – Samstag 30. Juni 2018

Segelyacht

Bavaria 37 Cruiser Baujahr 2018

Crew

Werner und Ursula

Allgemeines

In den Dodekanes wird sportlich, mit viel Wind und Welle gesegelt. Im Frühsommer ist das Revier noch nicht überfüllt und man findet schöne Ankerplätze und Anlegestellen an Tavernen oder im Hafen. Die Liegekosten sind gering. Selten gibt es im Hafen Toiletten oder Duschen. In der Regel gibt es keinen Hafenmeister, der beim Anlegen hilft.

Hilfreich sind die Revierbeschreibungen im Greek Waters Pilot.

Alle Angaben sind ohne Gewähr.

1. Tag 16.6.2018 Ankunft

Ein Taxi bringt uns für 25 € vom Flughafen „Diagoras“ auf Rhodos zum alten Stadthafen Mandraki. Schon aus der Ferne sieht man die Windmühlen am Hafen.

Der Mantraki-Yachthafen grenzt direkt an die Altstadt, die mit mächtigen Mauern aus der Kreuzritterzeit begrenzt ist.

Wir übernehmen unsere brandneue Yacht Nenemia, eine Bavaria 37 Cruiser Baujahr 2018 .

 

Gleich am Hafen befinden sich 2 gut ausgestattete Supermärkte, die zum Boot liefern. Nachdem alles in den Schapps verstaut ist, brechen wir auf zur ersten kleinen Stadtbesichtigung. In der orientalisch anmutenden Altstadt findet man kleine Tavernen, von riesigen Bäumen beschattet, Restaurants mit griechischen Köstlichkeiten und einen Weinladen, an diesem Platz, mit einer exzellenten Auswahl.

Die erste Nacht auf der Yacht mit Blick auf die beleuchtete Altstadt wird leider durch Discomusik bis 3 Uhr getrübt.

2. Tag 17.6.2018  Rhodos / Mandraki Marina – Symi / Ormos Panormitis          12 sm

Ablegen und unter Motor Richtung Symi. Unser Tagesziel ist an der SW-Küste der Insel Symi: Ormos Panormitis. Die griechisch / türkische Seegrenze ist zu beachten! Wind und Welle gegen an. Trotzdem setzen wir Segel und schleichen am Wind mit 3 Knoten. Dafür ist der Schlag zu lang. Glücklicherweise dreht der Wind etwas und wir können am Wind 2 Stunden mit bis zu 8,5 Knoten laufen. So macht segeln Spaß.

Die Ansteuerung WP 36°33,12’N 027°50,53’E ist einfach, da das Kloster Panormitis eine gute Landmarke ist.

Windmühle auf der Einfahrtshuk.

Die Bucht von Ormos Panormitis ist fast ganz vom Land umschlossen und bietet einen sicheren Ankerplatz bei allen Winden.

Unsere Yacht ist so neu, dass sogar der Anker noch mit Folie eingepackt ist. Guter Ankergrund.An der Pier, direkt vor dem Kloster legen große Ausflugsschiffe und riesige Wassertanker (Schwell) an. Die großen Schiffe werden vom Kloster mit Glockenspiel begrüßt. Zufahrt unbedingt freihalten.

In glasklarem Wasser kann man hier herrlich schwimmen und den Anker abtauchen. Unsere Auberginen-Tomaten-Pasta duftet durch die ganze Bucht. Kein Grund für uns an Land zu gehen. Wir genießen den sternenklaren Abend auf unserer Yacht.

3. Tag 18.6.2018  Symi / Ormos Panormitis – Tilos / Livadia          28 sm

Anker auf. Anfangs mit Motor, dann am Wind mit 4-6 kn Fahrt Kurs Südwest nach Livadia auf Thilos. Die Insel ist noch nicht touristisch entdeckt. Es ist die Insel der Ziegen. Schon von Ferne kann man die Bucht und das Dorf erkennen. Ansteuerung WP 36°25,02’N 027°23,18’E

Der Hafen von Livadia liegt in einer weiten Bucht an der Ostküste von Tilos. 14 Boote haben im Hafen Platz, wir waren die Nummer 13. Man legt mit Buganker an. Der Grund, Sand mit Seegras, hält angeblich gut. Der sehr nette Hafenmeister, der deutsch spricht, lässt uns längs am Stadtkai anlegen (0,20 € pro Bootsmeter + Wasser und Strom, insgesammt 16 €). Abgesehen von einem Platz für ganz kleine Yachten mussten alle Nachfolger in der weitläufigen Bucht vor Anker gehen. Eine edle Gullet durfte, nachdem das Fährschiff weg war, am Außenkai anlegen.

Auf der Terrasse des Restaurants Gorgonos essen wir vorzüglich. Zickleinbraten ist eine Spezialität der Insel. Es empfiehlt sich einen Tisch mit Hafenblick zu reservieren.

4. Tag 19.6.2018      Tilos / Livadia – Nisyros – Kos / Ormos Kamari          38 sm

Am Morgen eindampfen, ablegen. Natürlich kommen Wind und Welle direkt auf die Nase. Das bedeutet mit Motor an der Vulkaninsel Nisyros vorbei Richtung Kos. Dann pflügt der Captain am Wind mit 7- 8,5 kn durchs Wasser zur Südspitze von Kos. Bei der Ansteuerung WP 36°44,2’N 026°58,4’E ist an der Nordseite der Bucht ein großes weißes Hotel zu sehen. Der Anker fällt in der Bucht von Ormos Kamari. Umlaufende Winde lassen uns an der Ankerkette Karussell fahren. Der Anker hält gut in 6 m Tiefe auf Sandgrund, der mit Seegras bewachsen ist. Die Bucht sei auch bei Meltemi sicher.

5. Tag 20.6.2018  Kos / Ormos Kamari – Kalymnos / Stadthafen Kalymnos          38 sm

Ankerkasten ist zu klein, dadurch staut sich die Kette beim Einholen. Macht das Ankermanöver etwas mühsam. Unter Motor entlang der Westküste von Kos.  Dann am Wind mit 7-8 kn nach Kalymnos.
WP 36°56,84’N 026°59,69’E
Bei der Ansteuerung kann man sich an dem Kloster oberhalb der Stadt und an der glänzenden Kuppel der Kathedrale orientieren.

Im großen Stadt-Hafen römisch-katholisch mit Anker problemlos angelegt.
Das von den Schwammtauchern geprägte Städtchen ist sehenswert.Im Supermarkt Proviant gebunkert, ein Bier vom Fass auf der Promenade getrunken. Direkt vor der Anlegestelle gibt es gute Restaurants.

6. Tag 21.6.2018  Kalymnos – Leros / Ormos Panteli          23 sm

Um 8:30 starten wir ohne Probleme, bis der Anker nicht in die Verwahrung will. Er ist verdreht. Zum guten Schluss kann der Captain ihn drehen und wir fahren unter Motor die Ostküste von Kalymnos entlang zur Vathybucht WP 36°57,7`N 027°02,8`E. Sie liegt tief eingeschnitten zwischen Felsen.

Segelversuch, doch der Wind schläft ein. Wir erreichen fockunterstützt den kleinen Hafen Panteli auf Leros.

Ansteuerung Nord-Westseite der Bucht  WP 37°09,00`N 026°51,80`E.  Wir sind für alle Anlegemöglichkeiten gerüstet. Aus der Ferne scheint es längs zu werden. Doch, der Hafen ist von Fischerbooten besetzt, darum ankern wir am Westende der großen Bucht auf 4 m . Guter Ankergrund.

7. Tag 22.6.2018  Leros / Ormos Panteli – Nisis Maratho / Seeräuber-Taverne          27 sm

Gen Norden mit Halbwind.
Bei der Ansteuerung muss man in diesem Gebiet, wegen der vielen Riffe, die Seekarte konsultieren WP 37°21,99`N 026°43,70`E . Ohne Kollision mit den unterirdischen Felsen erreichen wir die Seeräuberbucht auf Maratho.

Wir legen an der Boje an, die augenscheinlich zum Seeräuber-Restaurant gehört, denn hier ist ein altes Seeräuberschiff festgemacht.

Ankerschluck mit Tzatziki. Ich entdecke ein Restaurantschild und eine Seeräuberflagge am entfernten Ende der Bucht. Dies ist das echte legendäre Seeräuberrestaurant und das andere hat uns mit diesem Schiff in die Irre geführt. Ablegen und beim Seeräuber an der Boje festmachen.
Herrliche Bucht zum Schwimmen.

Der Seeräuber hat uns in einem Wackelboot abgeholt und nach einem guten Essen mit Zucchini- und Pulpoteilchen, danach Zicklein aus dem Ofen und Pastizio gut zu unserer Nenemia zurückgebracht. Alles zusammen 50 €, das bezahlt man in Italien an Liegegebühren.

8. Tag 23.6.2018  Nisis Maratho – Patmos / Skala          12 sm

Tagesziel ist die nördlichste Insel der Dodekanes Patmos mit dem Naturhafen Limin Skala. Ablegen von der Boje um 6:45. Wir motoren zum kleinen Hafen      Porto Augusta auf Arki WP 37°22,59’N 026,4388’E. Netter kleiner Hafen, wäre auch eine Möglichkeit gewesen.

Weiter geht es am Wind zur Insel Patmos. Unsere Nenemia segelt auch mit mäßigem Wind gute 5 Knoten. Bei der Ansteuerung muss auf die vielen Felsinseln und zahlreichen Kliffs geachtet werden. Das Kloster ist von weitem zu Erkennen WP 37°19,37’N 026°32,95’E.

Anlegemanöver römisch-katholisch mit Anker. Eilig, bevor die Touristenbusse kommen, zum Kloster mit einem höchst aufgeregten Taxifahrer für 8 €.
Das Kloster Agios Ioannis Theologos gleicht einer Festung und hat viele verwinkelte Räume und Gänge.

Hier hat der Theologos Joannis (Evangelist Johannes) in einer Grotte seine Erleuchtung gehabt, auf deren Grundlage das Kloster errichtet wurde. Dieser Ort gilt als Jerusalem der griechisch-orthodoxen Kirche.

Wir laufen durch die Chora, doch die kleinen Shops sind noch geschlossen. Mit dem Bus zurück ans Meer zu unserem Schiff. Anker hält.

Die Kreuzfahrer erwecken erst später den Ort und werden mit unzähligen „Taxibooten“ an Land gebracht.

Trotz touristischem Hotspot bezahlen wir im Hafen von Patmos, 2,70 € für die Kleine und 10 € für Wasser und Strom.

9. Tag 24.6.2018  Patmos / Skala – Kos / Kos Marina          55 sm

6:30 ablegen im Hafen von Patmos. Kurz nach der Hafenausfahrt die Tücher rauf und los geht der ultimative Ritt dieses Törns. Raumschots mit 1 m Welle passieren wir westlich gen Süden Leros. Wechseln an der Südspitze zwischen Leros und Kalymnos auf die Ostseite von Kalymnos. Sehr schmale Durchfahrt, die sich aber gut passieren lässt. 5-8 Knoten Fahrt auf der ganzen Strecke. Unsere Nenemia läuft was das Zeug hält. Die türkische Grenze respektierend rauschen wir, die Untiefen beachtend am Kap Ak Ammoglossa gen Hafen. Hier gibt es nochmals viel Halbwind, der das Boot ordentlich zum Krängen bringt. Die Ansteuerung ist einfach  WP 36°53,93’N 027°17,38’E.

Normalerweise wird die Marina per Funk angerufen. Glücklicherweise wartet schon der Hafenmeister, der uns mit seinem RIB-Schlauchboot den Platz zuweist. Er rast durch seinen Hafen, dass wir ihm kaum folgen können. In der Marina von Kos legen wir bei 20 Knoten Wind auf den Bug an. Es gibt helfende Hände beim Anlegen. Mit 2 Moorings sind wir für die Sturmnacht gut vertäut.

Kos ist eine große „Fressstadt“, überall gibt es unglaublich viele Restaurants für unglaublich viele Urlauber. Überreste der Antike und eine Festungsanlage sind sehenswert, finden jedoch bei den Pauschaltouristen wenig Beachtung. Angeblich soll hier Hippokrates unter einer Platane unterrichtet haben. Langsam macht sich der Segeltag bemerkbar. Wir spüren beide, dass wir den ganzen Tag am Ruder standen. Segeln ist Sport. Die Marina von Kos, mit mangelhaften Sanitäranlagen, verlangt für eine 37 Fuß Segelyacht 30 € ohne Wasser und Stromabnahme.

10. Tag 25.6.2018  Kos Marina – Nysiros / Paloi          24 sm

Immer noch viel Wind, darum heute nur eine kurze Strecke bis Nisyros, die es, wie sich schnell herausstellt, in sich hat!
9 Uhr ablegen in der Marina von Kos und sofort unter Segel ostwärts raumschots bis zum Kap.
Dort bei 20-28 Knoten Wind halsen auf 225° Kurs.Wir winken hinüber in die Türkei.
Südwestlich gerefft mit Halbwind weiter.
Groß eingeholt,
Rückbau der Bimini, wir müssen jede Segelfläche minimieren.
Mit gereffter Fock weiter. Um 11 Uhr plötzliche Windstille, 1 Std. weiter mit Motor.
Wieder Tücher hoch, 20 Knoten Wind, auf Amwindkurs auf Nisyros zugeschossen.

Schon vom Meer aus sieht man die Vulkane, die sich auf der Insel erheben.

WP 36°37,24’N 027°10,44’E. Bei der Ansteuerung des Hafens muss man auf das Riff nördlich des Kaps Ak Ammodes achten. Danach kann man sich an einem großen verlassenen Gebäude, das ehemalige Heilbad, orientieren. Die Hafeneinfahrt, die man südlich ansteuern muss, ist mit kleinen Bojen gekennzeichnet.

Wir lassen sie an backbord liegen. Der Captain hat große Bedenken für das Anlegemanöver mit Anker bei 20 Knoten Seitenwind.

Im Hafen ist es hinter dem Wellenbrecher glücklicherweise etwas ruhiger, so dass wir gut anlegen können.
Der Anker hält im Untergrund mit Schlick, Sand und Fels. Keine Hafengebühren, da die Hafenmeisterin noch keine Arbeitspapiere hat.

Paloi ist ein hübscher kleiner Ort. Der ideale Ausgangspunkt für eine Inselrundfahrt. Am Hafen gibt es Autovermieter, die unkompliziert allerlei Gefährte für einen Ausflug zum Vulkan anbieten.

11. Tag 26.6.2018  Nysiros – Inselbesichtigung

Wir mieten ein Auto und erkunden die vulkanische Insel. Auf Empfehlung verlassen wir unsere Nenemia in Paloi um 7:30 Uhr und fahren direkt ins Vulkanzentrum. Noch sind keine Touristenströme da, die per Bus vom Hafen von Mandraki angekarrt werden. Wir laufen am Rand des noch tätigen Trichters von „Stefanos“ und bestaunen die Rauchfahnen.

Hier brodelts ganz schön und stinkt nach Schwefel.

Es gibt noch 2 weitere Trichter, die aber ruhig sind. Auf der Straße liegen immer wieder Steinschlagbrocken, die ich wegräume.

Weiter geht es zum sehr interessanten Vulkanmuseum nach Nika.

Vom Ort aus gibt es einen tollen Rundumblick über den Kraterrand.

Weiter nach Emborios. Wir machen uns zu Fuß auf den Weg. Am Restaurant „Balcony“ vorbei. Sehr schöne Aussicht, leider ist für uns noch nicht Essenszeit.

Nahe der Bushaltestelle, etwas unterhalb des Parkplatzes, gibt es eine natürliche Sauna. Erwa 50° C warme Luft strömt vom Vulkan in die kleine Höhle.
Jetzt rollen die Busse an. Einer nach dem anderen und unzählige Touristen überfluten die kleine Insel. In der Hafenstadt Mandraki gibt es kleine Shops, die Schmuck und andere Dinge aus schwarzem Lavastein anbieten.

Man gelangt über unzählige Stufen zu dem eindrucksvollen Kloster Panagia Spiliani.
Dann zum Hafen, wo sich der einzige Bankomat der Insel befindet. Im verlassenen Hinterland finden wir das kleine Kloster Moni Evangelistrias. Zu! Wieder zurück über Paloi, Blick auf unsere Yacht im Hafen, an der Küste entlang nach Leis zum Baden an den Lavastrand.

12. Tag 27.6.2018  Nysiros / Paloi – (Symi) Tilos / Livadia          18 sm

Ablegen um 8:30 Uhr. Wieder viel Wind von Süd 15-20 Knoten. Während des Segelsetzens fällt der Gashebel ab und wir müssen erst mal einen Imbusschlüssel suchen. Leider haben wir diesmal unser Werkzeug nicht dabei. Künftig segeln wir wieder mit eigenem. Schließlich findet sich ein passender Imbusschlüssel und wir können die Reparatur ausführen. Mittlerweile krängt das Schiff stark, so dass wir froh sind, dass alles wieder in Ordnung ist. Wir kreuzen 3 Stunden gegenan. Über Nysiros sind schwarze Wolken. Wir müssen immer mehr abfallen, da der Wind mit 15-22 Knoten direkt auf die Nase drückt und Wellen mit 1 m Höhe die Fahrt verringern. Darum ignorieren wir die türkisch / griechische Grenze. Nenemia stampft durchs Wasser und wir können schon fast die Ruinen von Knidos sehen. Planänderung unter diesen Umständen erreichen wir Symi erst bei Nacht. Darum nehmen wir Kurs auf Tilos. Nach 3,5 Stunden unter Motor erreichen wir Livadia auf Tilos.  Ansteuerung WP 36°25,02’N 027°23,18’E.

Unser netter Hafenmeister weist uns wieder einen Platz am Steg zum Längsanlegen zu. Hafengebühren von 2,20 € da wir weder Strom noch Wasser benötigen und ein Bier für den Hafenmeister. Erst mal was essen nach der anstrengenden Segel-Motortour.

Am Abend speisen wir im Gorgono (Tisch reservieren) mit Blick auf Hafen und Meer vorzüglich.

13. Tag 28.6.2018  Tilos / Livadia – Symi / Ormos Panormitis          28 sm

8:15 legt der Co-Captain ab und gleich wird das Groß hochgezogen.

Neuer Schaden, die WC-Türgriffe fallen ab. Provisorisch werden sie mit Gaffaband befestigt und die Reparatur auf die Ankerbucht verschoben. Raumschots bei 15-20 Knoten, Böen auch gerne etwas mehr bei anfangs 60-80 cm Welle. Diese steigert sich bis zum Schluß auf 1,5 m. Reisegeschwindigkeit mit 5-8 Knoten. Wieder einmal rauschen wir bis vor die Ankerbuchteinfahrt unter Segel.

Die Ansteuerung WP 36°33,12’N 027°50,53’E ist einfach, da das Kloster Panormitis eine gute Landmarke ist.

Windmühle auf der Einfahrtshuk.
Anker fällt um 13:15. Ein Hahnepott wird zur Ankerwinschentlastung installiert.
Immer wieder pfeifen Böen in die Ankerbucht und lassen unsere Nenemia tanzen. Wir liegen sicher auf der 4 Meterlinie im Süd-Westteil der Bucht mit Blick auf das Kloster und die Fähranlegestelle. Schwimmen im herrlich türkisfarbenen Wasser.
Eine wunderbare Ankerbucht, auch, wenn draußen die Wellen toben.

Wie beim letzten Besuch der Bucht, steht der Esel wieder regungslos an seinem Häuschen.

14. Tag 29.6.2018      Symi / Ormos Panormitis – zur Basis Rhodos           27 sm

Abschied von der Ankerbucht und unter Motor an der unreinen Küste entlang. Dann 7 sm gesegelt, bis nur noch Wellen, aber kein Wind uns antreiben. Wir motoren nach Rhodos. Entlang der Küste stehen viele große Hotels. Man kann sich schon aus der Ferne an der schmalen Landzunge orientieren, die aber großräumig umfahren werden muss. Ansteuerung des Yachthafens Mandraki WP 36°27,12’N 028°13,67’E
An der schmalen Hafeneinfahrt bewachen auf hohen Seulen Hirsch und Hirschkuh den Mandraki-Hafen. Einst soll hier die Bronzestatue des Sonnengottes Helios, genannt der Koloss von Rhodos, gestanden haben. Eines der sieben Weltwunder ging bei einem Erdbeben 227 v. Chr. für immer verloren.

Sehr freundliche und kompetente Abnahme durch die Charterbasis.

Insgesamt 207 sm unter Segel, 165 sm unter Motor.

Sporaden-Chalkidiki-Makedonien 2016 – Segeltörn in der griechischen Ägäis

Sporaden-Chalkidiki-Makedonien 2016 – Segeltörn in der griechischen Ägäis

Unser Törn führt uns One-way von Skiathos zur Halbinsel Chalkidiki und weiter zum Festland Makedonien.

Skiathos – Skopelos- Alonnisos – Panagia – Chalkidiki Sithonia – Diaporos – Amoulliani – Thasos – Keramuti

Gesammtstrecke
312 sm

Segelzeit
2 Wochen
Freitag 30. September – 15. Oktober 2016

Segelyacht
Jeanneau Sun Odysey 39i Baujahr 2008

Crew
Werner und Ursula

Allgemeines
Zu den schönsten griechischen Inseln gehören die Sporaden. Ihr Name bedeutet „die Verstreuten“. In den nördlichen Sporaden, die zu unserem Segelrevier gehören, gibt es 135 Inseln und Felseneilande mit den Hauptinseln Skyros, Skopelos, Skiathos und Alonnisos. Sie liegen in der nördlichen Ägäis nördlich von Athen. Die südlichen Sporaden erstrecken sich vor der westanatolischen Küste. Bekannt als Dodekanes. Die größten Inseln sind Samos, Ikaria und Fourni im Norden, weiter südlich Kos, Rhodos und Karpathos.

Das Segelrevier der nördlichen Sporaden ist gut erschlossen, jedoch nicht überlaufen. Wind und Welle sind normalerweise familientauglich, außerdem können durch kurze Schläge viele Ankerplätze erreicht werden. Starker Südwind gefährdet fast alle Häfen und Ankerplätze. Diesel gibt’s vom Tankwagen, Wasser ist knapp und Strom oft nur über Stromkarte.

Vorsicht vor Schnellfähren! Durch ein- und auslaufende Fähren entsteht viel Schwell. Darum bei Landgang die Passarella einholen.

Unser Törn führt uns One-way von Skiathos zur Halbinsel Chalkidiki und dann zum Festland nach Kavalla. Die Chalkidiki ragt in drei fingerartigen Landzungen ins ägäische Meer hinein. Kassandra, Sithonia und Athos werden auch „Poseidons Dreizack“ genannt. Hier sind die Schläge oft sehr lang und damit gibt es keinen Unterschlupf bei Schwerwetterlage. Dieses wunderschöne Revier ist für Segler unerschlossen. Man legt bei den Fischern an ohne jegliche Sanitäranlagen, kaum Wasser und Strom. Um diese Jahreszeit ist warmes Schwerwetterzeug notwendig.

Männercrews, welche die autonome Mönchsrepublik besuchen möchte, müssen rechtzeitig in Thessaloniki ein Visum beantragen. Frauen, Jugendlichen und Kindern ist der Zugang verwehrt.

Hilfreich ist die Verwendung des Greek Waters Pilot.

Alle unsere Angaben sind ohne Gewähr.

1. Tag 30.9.2016 Anreisetag Stuttgart – Skiathos
Mit der Bahn von Stuttgart zum Flughafen in München. Landung auf  Skiahos auf dem Miniflughafen mit heftigem Bremsmanöver – das Meer ist nah! Dort werden wir von Herrn Babis vom Babis-Hotel abgeholt. Mit dem Auto steilbergauf, den Rest müssen wir laufen.Wir werden mit einem schönen Terassenzimmer mit hinreißendem Blick aufs Meer für den Fußmarsch belohnt.

2. Tag 1.10.2016 Skiathos – Übernahme der Yacht
Frühstück können wir in unserer kleinen Küche selbst zubereiten und dann, mit Blick auf die Mini-Marina, auf der Sonnenterrasse genießen . Danach suchen wir treppauf treppab das Charterbüro. Wir haben eine Sun Odyssy 39i v0n 2008 über Master Yachting gebucht. Zuständig auf Skiatos ist Athenian Yachts. Wir finden kein Büro, kein Servicepersonal nur eine 39er Yacht, die schon ziemlich ramponiert mit Kratzern und Macken in der Marina liegt.Freundlich findet dann die Übergabe unseres betagten Mädchens „Alkinoi“ statt. Nach Törninformationen gefragt, stellt sich heraus, dass noch keiner von der Basis je zur Halbinsel Chalkidiki und dann bis Kavalla gesegelt ist. Einkaufen, die Schapps füllen und unser Navi installieren, da es keinen Plotter im Cockpit gibt.

3. Tag 2.10.2016 Skiathos / Marina-Skopelos 25 sm
Ablegen und 5 Stunden unter Motor zur Insel Skopelos. Der Hafen im Hauptort Skopelos liegt im Osten der Insel. Riesige Fähren und alles was schwimmt fährt hier herum.Wir erreichen gen Süden die Insel, passieren nord-östlich die Meerenge von Skopelos und einer kleinen, westlich von Alonnisos gelegenen Insel, und erreichen gen Westen die bewaldete Steilküste. In Skopelos  39°07′17″N 23°43′36″E legen wir im Hafen längs an.Den Berg hoch, am Kirchlein vorbei zur Talasso Bar. Hier wird ein kühles Bier oder ein leckerer Cocktail zum wundervollen Blick über das Meer serviert. 150 Stufen bergab wird uns in Kyatos‘ Kitchen ein fangfrischer Schwertfisch gegrillt. Sehr freundliche Menschen überall. Leider ist Anfang Oktober deutlich die Nachsaison zu spüren. Kneipen und Läden sind schon für den Winterschlaf geschlossen.
In der Nacht seltsame Geräusche. Also stehe ich auf um nachzusehen, öffne den Niedergang und bin Aug in Aug mit einer Katze. Wer von uns beiden ist mehr erschrocken?

4. Tag 3.10.2016 Marina-Skopelos / Patitiri-Alonnisos 10 sm
Ablegen und unter Motor nach Patitiri auf Alonnisos. Auf unserer Route nach Nord-Osten, entlang der bewaldeten Bilderbuchküste mit ihrem roten Sandstein, ist sie die letzte bewohnte Insel der nördlichen Sporaden. Sie befindet sich im Meeres-Nationalpark der nördlichen Sporaden. Die Bewohner haben sich im südlichen Teil der Insel angesiedelt.Schon von der Ferne sieht man die, hochoben am Berg angesiedelte, Chora. Bei der Ansteuerung muss auf die Fähren geachtet werden. Der Hafen ist erst in der Nähe zu erkennen. Wir legen im Haupthafen Patitiri 39°08,55’N 023°51,94’E mit Buganker an. Der Anker hält gut im Sand und Seegras. Easy going, denn wir sind die einzige Yacht und haben viel Platz. Nur die hohe Kaimauer erfordert Sprungkraft nach oben. Die Suche nach einer Stromkarte ist mit unserem beschränkten Griechisch schwierig.
Am späten Nachmittag besteigen wir die Old Town, die Chora von Alonnisos.Es ist ein langer, anstrengender Fußmarsch. Oben in der Chora angekommen finden wir sehr hübsche, renovierte Häuser.Sie wurden größtenteils von Ausländern und mit Hilfe von EU-Geldern nach dem großen Erdbeben vom März 1965 wieder aufgebaut. Bei dem Erdbeben mit der Stätke 6,3 wurden 85% der Häuser zerstört.

5. Tag 4.10.2016 Patitiri-Alonnisos / Ormos Planiti-Panagia 20 sm
Wir segeln mit moderatem Wind aus West an Alonnisos entlang, lassen die bewaldete Insel Peristera an steuerbord liegen und gehen in der einsamsten Bucht Griechenlands vor Anker. Ormos Planitis 39°20,84’N 024°04,37’E liegt im Meeres-Naturschutzgebiet im Mönchsrobben-Reservat an der Nordküste von Nisis Panagia. Da sie fast ganz von Land umschlossen ist kann man die 80 m schmale, trichterförmige Einfahrt erst erkennen, wenn man fast davor steht. Bei sehr starkem Wind aus Nord baut sich an der 6 m hohen Barre eine schwere See auf. Umgekehrt kann es genau so schwierig werden, die Bucht wieder zu verlassen. Innerhalb  gibt es zwei Einbuchtungen, die beide, auch bei schwerem Wetter Schutz geben. Der Nordwind und die See sind bisher für die Herbstzeit relativ ruhig. Wir haben genug Zeit und Verpflegung  eine Schwerwetterlage, die  draußen tobt und gegen die Barre schiebt, in der Bucht abzuwarten.  Einsamkeit pur! Keine Telefon- oder Internetverbindung. Wir fühlen uns am Ende der Welt, abgeriegelt vom Geschehen ringsum. Nur durch Funk sind wir mit der Welt verbunden, falls uns einer hört.Wir schwoien am Anker mit unserer Alkinoi in unserer blauen „Riesenbadewanne“ mit Blick auf einen verlassenen Ziegenstall und kahle Berge. Es ist fast schon eine unheimliche Ruhe. Die Nacht ist rabenschwarz. Zur Sicherheit leuchten wir mit unserer Maglite das Ufer ab. Dabei entdecken wir springende, ca. 40 cm lange, silbrige, hornhechtartige Fische, die zu tausenden um unser Schiff schwimmen. Sie strahlen etwas Unheimliches aus.Kurze Zeit spannt sich ein sagenhaftes, glitzerndes Sternenzelt über die Bucht. Noch ist alles sehr friedlich, doch wir erwarten eine Wetterverschlechterung für morgen. Der Wind pfeift aus Nord! jetzt schon ordentlich in den Wanten. Ankerwache ist angesagt.

6. Tag 5.10.2016 Ormos Planitis-Panagia / Liman Kouphu-Sithonia, der mittlere Finger von Chalkidiki 50 sm
Early-Bird-Ableger um 7 Uhr bei erstem Dämmerlicht.Wir verlassen das einsame Niemandsland unter Motor und segeln Kompasskurs Nord mit Amwindkurs bei 1-1,5 m Welle solange bis der nachlassende Wind Motorunterstützung verlangt. Doch der Wind ist noch nicht fertig mit uns. Auf der offenen Ägäis hat sich eine beachtliche Welle aufgebaut.Wir segeln mit 6 Knoten Fahrt bei 4 Bft Wind Böen 5 . Das bedeutet 7-8 Stunden Tanz auf der Welle, der unserer Yacht und meinem Magen kräftig zusetzt. Brav pflügt unsere Alkinoi durch zum Teil gewaltige Wellenberge, die von spitzen, sich kräuselnden Wellen begleitet werden. Die schiere Freude am Segeln, wenn wir eine Welle absurfen können. Kein Schiff ist weit und breit zu sehen. Wir fühlen uns klein und verwundbar in unserer 39 Fuß-Nußschale. Plötzlich schlägt der Wind um, die Welle behält aber ihre Richtung. Strange! Land in Sicht. Traumsegeln und Schinderei liegen heute dicht beieinander. Wir steuern die Einfahrt des Naturhafens Porto Kouphu 39°57,50’N 023°54,84’E an. Schwierige Ansteuerung, da wir erst im letzten Moment vor der Einfahrt das rote Kliff, westlich,und einen kleinen Steuerbordleuchtturm erkennen können (Suchbild). Bei ablandigem Wind ist mit starken Fallböen zu rechnen. Der Naturhafen ist wunderschön gelegen. Weit und breit kein Hafenmeister. Darum legen wir längs am Steg an. Wieder weder Wasser noch Strom. Überfüllte Marinas oder Hafenkino gibt es hier nicht, wir sind allein. Ein Spaziergang an der „Strandpromenade“ führt uns zum einzigen Supermarkt. Geschlossen – Winterschlaf. In der nahegelegenen Taverne können wir unser Tablet laden. Wir brauchen Wetterinfos. Leider sind die Vorhersagen oft falsch, da es in dieser Gegend kaum Wetterstationen für die Meteorologen gibt. Dazu kommen Kap- und Düseneffekte. Abends kommt ein Mann an unsere Yacht und will uns mit dem Satz „Fisherman coming“ verjagen. Wir konnten keinen Hinweis erkennen, sonst hätten wir da nicht angelegt. Gestenreich zeigt er auf ein weitab liegendes Schildchen, auf dem in griechischer Sprache der Hinweis steht. Klar, dass wir das nicht verstehen können. Da musste er dann selbst lachen. Wir haben wenig Lust in der Nacht das Boot zu verlegen. Also verholen wir es, damit das Fischerboot Platz zum Anlegen hat.Stunden später baut sich eine immense, weiße Wand achtern auf! Fisherman coming. Ein riesiger Trawler schiebt sich in die Lücke. Sofort verholen wir unsere Yacht soweit es die Wassertiefe zulässt.

7. Tag 6.10.2016 Liman Kouphu-Sithonia / Porto Carras-Sithonia / Neos Marmara-Sithonia 12 sm
Heute ist Easy-Peasy-Day. Nach gemütlichem Frühstück motoren wir in die ultramoderne Marina von Porto Carras 40°4’36“N 23°47’35“E. Die Ansteuerung ist einfach, da man sich an den weißen Hotelkomplexen orientieren kann. Wir brauchen dringend Diesel und Wasser für unseren nächsten großen Schlag. Außerdem ist Porto Carras für seine guten Rot- und Weißweine bekannt. Wir legen an der Tankstelle an – geschlossen. Die ganze Marina samt Hotelanlage ist verlassen. Weiter nach Neos Marmaras 40°6’N 23°47’E. Der eigentlich 30 m lange schwimmende Wellenbrecher schwimmt in Stücken im Wasser. Der Captain legt an einem der beiden Stege an und der Kampf mit dem Wind, der Mooringleine für Dampfer, die so dick ist, dass sie kaum auf die Klampe passt, und den Festmacherleinen beginnt. Nach einer Stunde liegt die Yacht sicher. No help beim Anlegen. Kein Mensch ist am Pier. Wir wollten auf garkeinen Fall ankern, da wohl sehr viel Schrott auf dem Grund liegt. Schnell werden sämtliche Geräte an den Strom angeschlossen. Erst dann gibt’s den Ankerschluck und eine kleine Mahlzeit.Hier soll es Diesel vom Tankwagen geben. Schließlich hilft uns ein Taxifahrer, der ein bisschen Englisch spricht, bei der Bestellung eines Tankwagens, denn wir haben den Eindruck, dass unsere Alkinoi ein durstiges Mädchen ist. Spannend, spannend, ob das wohl alles klappt, denn hier ist auch season-end, viele Geschäfte und Tavernen sind geschlossen.

8. Tag 7.10.2016 Neos Marmaras-Sithonia / Pirgadhikia-Festland 52 sm
Tatsächlich kommt der Tankwagen und während der Captain Diesel bunkert finde ich auf der Suche nach einem Bäcker auch den Wein von Potro Carras. Altinoi schluckt nur 39 l, wir haben mit 60 l gerechnet. Gut für die Bordkasse, peinlich gegenüber dem Tankwagenfahrer. Doch mit 10 € bringen wir ihn doch zum Strahlen. Dank vollem Tank düsen wir fockunterstützt mit 7 Knoten Fahrt nach Pirgadhikia.

Unterwegs begleiten uns 5 Hubschrauber und eine Gullet vor dem Berg Athos. Was ist hier los? Wir sind es gewohnt alleine auf dem Meer zu sein. Eine Delphinschule begleitet uns. Mit ca 8 kn schießen sie unter der Yacht hindurch. Immer wieder schön, diese anmutigen schnellen Tiere zu beobachten. Pirgadhikia liegt auf dem Festland am Scheitel des Singitischen Golfs mit Blick auf die Chalkidiki Halbinseln Sithonia und Athos. An der Ostseite der Bucht gibt es einen Ponton, der nur noch in Stücken vorhanden ist. Ein Angler hilft uns beim Längsanlegen. Dann beginnt der Landregen. Gut, dass wir dafür ausgerüstet sind. Abenteuerlicher Weg am Abend zur Taverne.Da der Schwimmsteg zerbrochen ist müssen wir unsere Passarella mitnehmen um die 1-1,5 m langen Lücken überbrücken zu können. In der einzigen Taverne nimmt man nicht viel Notiz von uns. Die Speisekarte ist extrem übersichtlich. Trotzdem überrascht uns der Koch mit einem leckeren Essen. In totaler Finsternis arbeiten wir uns im Schein unserer Taschenlampe und der glücklicherweise extralangen Passarella zurück zur Yacht.

9. Tag 8.10.2016 Pirgadhikia-Festland / Ormos Mesopangia Nord-Nisis Diaporos 14 sm
Wir legen um 10 Uhr ab und segeln in den Nordteil der kleine Bucht Mesopangia der Insel Diaporos. Bei der Ansteuerung ist auf Riffe im Wasser zu achten. Genüsslicher Nachmittag mit Anker im türkisblauen Meer, mit den Köstlichkeiten der Bordküche. Ein schönes Wochenende, an dem auch die Griechen ihre Bötchen spazierenfahren.

10. Tag 9.10.2016 Ormos Mesopangia Nord-Nisis Diaporos 14 sm /Amoulliani Stadthafen-Nisos Amoulliani 15 sm
9:45 Anker lichten und durch die schmale Öffnung der Bucht tuckern. Raumschots bei 4-5 Bft Wind bei kabbeliger See zum Nord-Osten der Insel. Im Stadthafen Amoulliani 40°20’N 23°55’E legen wir sauber mit Buganker an. Im Laufe des Nachmittags zwängt uns ein großes Ausflugsboot, das morgen zum Berg Athos fährt ein. Hoffentlich können wir morgen ohne eine Leine zu fangen in der ersten Dämmerung, vor unserem langen Schlag um den heiligen Berg Athos, gut ablegen.In der Hafentaverne werden wir sehr freundschaftlich empfangen und bekommen zum Abschied ein Mönchsbrot geschenkt.

11. Tag 10.10.2016 Amoulliani Stadthafen-Nisos Amoulliani / Alyki-Thasos 62 sm
6:15 es ist stockdunkel. Eine große Aufgabe wartet auf uns: wir müssen unsere Alkinoi, an Steuerbord  eingequetscht von einem Ausflugsdampfer, dessen Captain sich um seine Fenster sorgt und deshalb ein klitzekleines Fenderle angebracht hat, und an Backbord liegt ein Fischerboot, das heute Nacht seine Mooringleine vor unseren Bug gelegt hat, aus der Lücke bringen. Dazu müssen wir unseren Anker, der schräg zum Dampfer liegt lichten. Wir schleichen uns aus der Lücke und motoren zum dritten Finger der Chalkidiki, zu den Athosklöstern. Delphine begrüßen uns zur aufgehenden Sonne.Majestätisch liegt der 2033 m hohe, heilige Berg Athos vor uns.Die autonome Mönchsrepublik besteht aus unglaublich großen Klosteranlagen, die auf  den Klippen liegen und unzähligen Einsiedeleien, die in schwindelerregenden Höhen am Berg kleben .Wir halten respektvoll den 5oo m gewünschten Abstand und staunen über die Vielzahl der Eremitagen und Klausen, die überall am Berg verstreut sind und bewundern den Mut der ca. 2000 Mönche und Einsiedler, die sich hier niedergelassen haben. An der Südspitze noch unter Motor. Am Kap gibt es Verwirbelungen und Fallböen, die mächtig ins Segel blasen. Mit Am-Wind-Kurs flitzen wir durch die Wellen, bis kurz vor Thasos der Wind nachlässt. Bei der Ansteuerung muss auf kleine Felsen, auch unter Wasser, geachtet werden. Wir erreichen um 17 Uhr die Ankerbucht Alyki 40°36’17“N 024°44’30“E im Süd-Osten der Insel. Endlich rasselt der Buganker. Er hält gut im Sand- und Seegrasgrund.In der Bucht sehen wir die Folgen des großen Waldbrandes vor 14 Tagen. Ankerschluck, niemand weit und breit, bis ein Holländer sich direkt neben uns legt. Aus der Kombüse duftet ein Knoblauch-Tomatensößchen für Penne mit Parmesan.Dazu den leckeren Chateauwein von Porto Carras. Ein Cabernet Sauvignon aus der aufstrebenden Bio-Kellerei. Wenn nicht jetzt, wann dann? Wir sind happy, dass der lange Schlag so reibungslos gelungen ist und werden bis zur Ankerwache sanft in der Schlaf gewiegt.

12. Tag 11.10.2016 Alyki-Thasos / Stadthafen Thasos 20 sm
Nach dem Frühstück der übliche Wettercheck. Hier unter verschärften Bedingungen. Da es keine stehende Telefonverbindung gibt haben wir auch keine Wetterdaten. Wir sind so gesehen schon am Ende der Welt. Es stellt sich dann doch noch heraus, dass es in der Nacht kräftige umlaufende Winde geben wird. Somit ist unsere Ankerbucht nicht sicher. Schnell ist der Entschluss gefasst im Stadthafen in Thasos einzulaufen. Da es nur Welle, aber keinen Wind gibt laufen wir unter Motor entlang der abwechslungsreichen Küste.In riesigen Steinbrüchen wird hier Marmor abgebaut. Unterwegs müssen wir vielen Fischerbojen ausweichen, die schlecht gekennzeichnet sind. Wahrscheinlich werden in den Reusen Crevetten gefangen, die hier von besonders guter Qualität sein sollen. Im Stadthafen legen wir längs an Backbord an.Die Pier ist mehrere hundert Meter lang hat jedoch nur eine Wasserstelle. Das ist unser Platz!Heute ist ein riesiges Kriegsschiff unser Nachbar. Ansonsten sind wir mal wieder auf uns selbst gestellt. Niemand nimmt Notiz von uns oder gar die Festmacherseile an. Wir könnten 100 Flüchtlinge an Bord haben. Kurz nachdem wir angelegt haben bricht ein Gewitter los. Wie könnte es anders sein, ein Mann mit Schirm verjagt uns, weil am nächsten Morgen eine große Fähre kommen wird. Schnell am einzigen Schlauch Wasser gebunkert und das Schiff verholt.Dann kommt eine Schnellfähre (Zigarre) und wir müssen die Alkinoi nochmals um 10 m verholen. Jetzt ist alles so, wie der Grieche will und wir können in der Taverne Tavernaki vorzügliche Crevetten und die beste Moussaka aller Zeiten essen.

13. Tag 12.10.2016 Stadthafen Thasos / Inselrundfahrt mit dem Auto
Mit unserem kleinen roten Panda fahren wir über Primos zum kleinen Hafen von Skala Kollirachis nach Skala Marion. Dort zweigen wir ab zum Kloster Panagias und fahren nach der Besichtigung entlang an uralten, knorrigen Olivenbäumen nach Maries.Endstation: wir dürfen nur auf geteerten Straßen mit dem Mietauto fahren. In Maries kann man nur zu Fuß zum See gelangen. Wir laufen nicht, wir fahren entweder Schiff oder Auto. Einer Bäurin kaufen wir Honig ab. Sie freut sich sehr, denn hierher verirren sich nicht viele. Wieder zurück zur Abzweigung nach Castro.Kontrastprogramm: eine ausgebaute Straße mit Verkehrsschildern, Leitplanke und Mittelstrich führt zu dem kleinen Nest Castro. Europa lässt grüßen! Castro ist ein von den Bewohnern verlassener Ort. Die verfallenen Häuser wurden von Griechen und Ausländern nun zu Feriendomizilen ausgebaut. Auf der Anhöhe befindet sich eine kleine Kirche und ein Beinhaus. Der Kneipenbesitzer Kostas hat den Schlüssel zu der angrenzenden unglaublich schönen Kirche.Ein Juwel in dieser verlassenen Gegend. Wir fahren weiter zum Hafen von Limenari. Dort wird der Wellenbrecher mit riesigen Felsbrocken, zum Teil aus Marmor, mit Baggern befestigt. Deshalb wird morgen dieser Hafen nicht von uns angelaufen. Auf der Küstenstraße geht’s weiter zum Nonnenkloster Panagia Archagelos. Schöne Anlage, die wir schon beim Vorbeisegeln bewundert haben. Im Kloster muss ich bei der Besichtigung einen langen Rock über die Hose ziehen.Das Waffenarsenal ist beachtlich. Im Klostershop kann man Häkelschmuck kaufen, den die Nonnen herstellen. Weiter über unsere Alyki-Bucht zum Golden Beach der Ostküste entlang. Wir sind zur falschen Jahreszeit hier um den Strand zu genießen. Hier ist alles schon für den Winterschlaf eingemottet. Zurück zur Yacht, es regnet in Strömen.

14.Tag 13.10.2016 Stadthafen Thasos / Kallirakhis-Thasos 15 sm
Teils unter Motor, teils raumschots erreichen wir den kleinen Hafen von Kallirakhis40°42’N 024°33’E. an der Westküste der Insel Thasos.Die Einfahrt ist gut mit rotem und grünem Licht gekennzeichnet. Wir legen längs zwischen ankommenden Fischerbooten an, die Fangkörbe aus- und einladen. Spaziergang durch den kleinen verschlafenen Ort. Wir liegen direkt hinter dem Wellenbrecher, der zumTeil aus Marmorblöcken besteht.Zum Sonnenuntergang besteigen wir ihn und genießen den Blick über das Meer mit einem kühlen Glas Weißwein.

15.Tag 14.10.2016 Kallirakhis – Thasos / (Kavalla) Keramuti – Festland 17 sm
Last Day! Motoren bis der Wind kommt. Hart am Wind segeln wir nach Nord-Ost mit Wind aus Ost 4 Bft Böen 5 durch Fischerbojen hindurch nicht nach Kavalla sondern nach Keramuti. Unser Törnvertrag lautete One-Way Skiathos – Kavalla. Glücklicherweise hat der Captain beim Richten der Papiere für die Übergabe entdeckt, dass Alkinoi den Heimathafen Keramuti und nicht Kavalla hat. Ein Telefonat schafft Klarheit: Fehler im Törnvertrag. Kavalla liegt 42 km entfernt von der Basis Keramuti. Freundliche Übergabe unserer Alkinoi. Sie wird sofort wintersturmfest vertäut.Auch in Keramuti kann man die verschiedenen, oft futuristischanmutenden Fährentypen studieren.

16.Tag  15.10.2016 Keramuti / Kavalla
An unserem letzten Urlaubstag besuchen wir mit dem Bus den Markt in Xanthi undverabschieden uns vor unserem Heimflug mit dem Blick von der Burg in Kavallar  von diesem interessanten Segelrevier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sporaden-Chalkidiki-Makedonien 2016 Segeltörn in der griechischen Ägäis (Textversion zum Ausdrucken)

Sporaden-Chalkidiki-Makedonien 2016 Segeltörn in der griechischen Ägäis (Textversion zum Ausdrucken)

Unser Törn führt uns One-way von Skiathos zur Halbinsel Chalkidiki und weiter zum Festland Makedonien.

Skiathos – Skopelos- Alonnisos – Panagia – Chalkidiki Sithonia – Diaporos – Amoulliani – Thasos – Keramuti

Gesammtstrecke
312 sm

Segelzeit
2 Wochen
Freitag 30. September – 15. Oktober 2016

Segelyacht
Sun Odysey 39i Baujahr 2008

Crew
Werner und Ursula

Allgemeines

Zu den schönsten griechischen Inseln gehören die Sporaden. Ihr Name bedeutet „die Verstreuten“. In den nördlichen Sporaden, die zu unserem Segelrevier gehören, gibt es 135 Inseln und Felseneilande mit den Hauptinseln Skyros, Skopelos, Skiathos und Alonnisos. Sie liegen in der nördlichen Ägäis nördlich von Athen. Die südlichen Sporaden erstrecken sich vor der westanatolischen Küste. Bekannt als Dodekanes. Die größten Inseln sind Samos, Ikaria und Fourni im Norden, weiter südlich Kos, Rhodos und Karpathos.

Das Segelrevier der nördlichen Sporaden ist gut erschlossen, jedoch nicht überlaufen. Wind und Welle sind normalerweise familientauglich, außerdem können durch kurze Schläge viele Ankerplätze erreicht werden. Starker Südwind gefährdet fast alle Häfen und Ankerplätze. Diesel gibt’s vom Tankwagen, Wasser ist knapp und Strom oft nur über Stromkarte.

Vorsicht vor Schnellfähren! Durch ein- und auslaufende Fähren entsteht viel Schwell. Darum bei Landgang die Passarella einholen.

Unser Törn führt uns One-way von Skiathos zur Halbinsel Chalkidiki und dann zum Festland nach Kavalla. Die Chalkidiki ragt in drei fingerartigen Landzungen ins ägäische Meer hinein. Kassandra, Sithonia und Athos werden auch „Poseidons Dreizack“ genannt. Hier sind die Schläge oft sehr lang und damit gibt es keinen Unterschlupf bei Schwerwetterlage. Dieses wunderschöne Revier ist für Segler unerschlossen. Man legt bei den Fischern an ohne jegliche Sanitäranlagen, kaum Wasser und Strom. Um diese Jahreszeit ist warmes Schwerwetterzeug notwendig.

Männercrews, welche die autonome Mönchsrepublik besuchen möchte, müssen rechtzeitig in Thessaloniki ein Visum beantragen. Frauen, Jugendlichen und Kindern ist der Zugang verwehrt.

Hilfreich ist die Verwendung des Greek Waters Pilot.

Alle unsere Angaben sind ohne Gewähr.

1. Tag 30.9.2016 Anreisetag Stuttgart – Skiathos
Mit der Bahn von Stuttgart zum Flughafen in München. Landung auf  Skiahos auf dem Miniflughafen mit heftigem Bremsmanöver – das Meer ist nah! Dort werden wir von Herrn Babis vom Babis-Hotel abgeholt. Mit dem Auto steilbergauf, den Rest müssen wir laufen. Wir werden mit einem schönen Terassenzimmer mit hinreißendem Blick aufs Meer für den Fußmarsch belohnt.

2. Tag 1.10.2016 Skiathos – Übernahme der Yacht
Frühstück können wir in unserer kleinen Küche selbst zubereiten und dann, mit Blick auf die Mini-Marina, auf der Sonnenterrasse genießen . Danach suchen wir treppauf treppab das Charterbüro. Wir haben eine Sun Odyssy 39i v0n 2008 über Master Yachting gebucht. Zuständig auf Skiatos ist Athenian Yachts. Wir finden kein Büro, kein Servicepersonal nur eine 39er Yacht, die schon ziemlich ramponiert mit Kratzern und Macken in der Marina liegt.
Freundlich findet dann die Übergabe unseres betagten Mädchens „Alkinoi“ statt. Nach Törninformationen gefragt, stellt sich heraus, dass noch keiner von der Basis je zur Halbinsel Chalkidiki und dann bis Kavalla gesegelt ist. Einkaufen, die Schapps füllen und unser Navi installieren, da es keinen Plotter im Cockpit gibt.

3. Tag 2.10.2016 Skiathos / Marina-Skopelos 25 sm
Ablegen und 5 Stunden unter Motor zur Insel Skopelos. Der Hafen im Hauptort Skopelos liegt im Osten der Insel. Riesige Fähren und alles was schwimmt fährt hier herum. Wir erreichen gen Süden die Insel, passieren nord-östlich die Meerenge von Skopelos und einer kleinen, westlich von Alonnisos gelegenen Insel, und erreichen gen Westen die bewaldete Steilküste. In Skopelos  39°07′17″N 23°43′36″E legen wir im Hafen längs an.
Den Berg hoch, am Kirchlein vorbei zur Talasso Bar. Hier wird ein kühles Bier oder ein leckerer Cocktail zum wundervollen Blick über das Meer serviert. 150 Stufen bergab wird uns in Kyatos‘ Kitchen ein fangfrischer Schwertfisch gegrillt. Sehr freundliche Menschen überall. Leider ist Anfang Oktober deutlich die Nachsaison zu spüren. Kneipen und Läden sind schon für den Winterschlaf geschlossen.
In der Nacht seltsame Geräusche. Also stehe ich auf um nachzusehen, öffne den Niedergang und bin Aug in Aug mit einer Katze. Wer von uns beiden ist mehr erschrocken?

4. Tag 3.10.2016 Marina-Skopelos / Patitiri-Alonnisos 10 sm
Ablegen und unter Motor nach Patitiri auf Alonnisos. Auf unserer Route nach Nord-Osten, entlang der bewaldeten Bilderbuchküste mit ihrem roten Sandstein, ist sie die letzte bewohnte Insel der nördlichen Sporaden. Sie befindet sich im Meeres-Nationalpark der nördlichen Sporaden. Die Bewohner haben sich im südlichen Teil der Insel angesiedelt.
Schon von der Ferne sieht man die, hochoben am Berg angesiedelte, Chora. Bei der Ansteuerung muss auf die Fähren geachtet werden. Der Hafen ist erst in der Nähe zu erkennen. Wir legen im Haupthafen Patitiri 39°08,55’N 023°51,94’E mit Buganker an. Der Anker hält gut im Sand und Seegras. Easy going, denn wir sind die einzige Yacht und haben viel Platz. Nur die hohe Kaimauer erfordert Sprungkraft nach oben. Die Suche nach einer Stromkarte ist mit unserem beschränkten Griechisch schwierig.
Am späten Nachmittag besteigen wir die Old Town, die Chora von Alonnisos. Es ist ein langer, anstrengender Fußmarsch. Oben in der Chora angekommen finden wir sehr hübsche, renovierte Häuser. Sie wurden größtenteils von Ausländern und mit Hilfe von EU-Geldern nach dem großen Erdbeben vom März 1965 wieder aufgebaut. Bei dem Erdbeben mit der Stätke 6,3 wurden 85% der Häuser zerstört.

5. Tag 4.10.2016 Patitiri-Alonnisos / Ormos Planiti-Panagia 20 sm
Wir segeln mit moderatem Wind aus West an Alonnisos entlang, lassen die bewaldete Insel Peristera an steuerbord liegen und gehen in der einsamsten Bucht Griechenlands vor Anker. Ormos Planitis 39°20,84’N 024°04,37’E liegt im Meeres-Naturschutzgebiet im Mönchsrobben-Reservat an der Nordküste von Nisis Panagia. Da sie fast ganz von Land umschlossen ist kann man die 80 m schmale, trichterförmige Einfahrt erst erkennen, wenn man fast davor steht. Bei sehr starkem Wind aus Nord baut sich an der 6 m hohen Barre eine schwere See auf. Umgekehrt kann es genau so schwierig werden, die Bucht wieder zu verlassen. Innerhalb  gibt es zwei Einbuchtungen, die beide, auch bei schwerem Wetter Schutz geben. Der Nordwind und die See sind bisher für die Herbstzeit relativ ruhig. Wir haben genug Zeit und Verpflegung  eine Schwerwetterlage, die  draußen tobt und gegen die Barre schiebt, in der Bucht abzuwarten.  Einsamkeit pur! Keine Telefon- oder Internetverbindung. Wir fühlen uns am Ende der Welt, abgeriegelt vom Geschehen ringsum. Nur durch Funk sind wir mit der Welt verbunden, falls uns einer hört.
Wir schwoien am Anker mit unserer Alkinoi in unserer blauen „Riesenbadewanne“ mit Blick auf einen verlassenen Ziegenstall und kahle Berge. Es ist fast schon eine unheimliche Ruhe. Die Nacht ist rabenschwarz. Zur Sicherheit leuchten wir mit unserer Maglite das Ufer ab. Dabei entdecken wir springende, ca. 40 cm lange, silbrige, hornhechtartige Fische, die zu tausenden um unser Schiff schwimmen. Sie strahlen etwas Unheimliches aus.
Kurze Zeit spannt sich ein sagenhaftes, glitzerndes Sternenzelt über die Bucht. Noch ist alles sehr friedlich, doch wir erwarten eine Wetterverschlechterung für morgen. Der Wind pfeift aus Nord! jetzt schon ordentlich in den Wanten. Ankerwache ist angesagt.

6. Tag 5.10.2016 Ormos Planitis-Panagia / Liman Kouphu-Sithonia, der mittlere Finger von Chalkidiki 50 sm
Early-Bird-Ableger um 7 Uhr bei erstem Dämmerlicht.
Wir verlassen das einsame Niemandsland unter Motor und segeln Kompasskurs Nord mit Amwindkurs bei 1-1,5 m Welle solange bis der nachlassende Wind Motorunterstützung verlangt. Doch der Wind ist noch nicht fertig mit uns. Auf der offenen Ägäis hat sich eine beachtliche Welle aufgebaut.
Wir segeln mit 6 Knoten Fahrt bei 4 Bft Wind Böen 5 . Das bedeutet 7-8 Stunden Tanz auf der Welle, der unserer Yacht und meinem Magen kräftig zusetzt. Brav pflügt unsere Alkinoi durch zum Teil gewaltige Wellenberge, die von spitzen, sich kräuselnden Wellen begleitet werden. Die schiere Freude am Segeln, wenn wir eine Welle absurfen können. Kein Schiff ist weit und breit zu sehen. Wir fühlen uns klein und verwundbar in unserer 39 Fuß-Nußschale. Plötzlich schlägt der Wind um, die Welle behält aber ihre Richtung. Strange! Land in Sicht. Traumsegeln und Schinderei liegen heute dicht beieinander. Wir steuern die Einfahrt des Naturhafens Porto Kouphu 39°57,50’N 023°54,84’E an. Schwierige Ansteuerung, da wir erst im letzten Moment vor der Einfahrt das rote Kliff, westlich, und einen kleinen Steuerbordleuchtturm erkennen können (Suchbild). Bei ablandigem Wind ist mit starken Fallböen zu rechnen. Der Naturhafen ist wunderschön gelegen. Weit und breit kein Hafenmeister. Darum legen wir längs am Steg an. Wieder weder Wasser noch Strom. Überfüllte Marinas oder Hafenkino gibt es hier nicht, wir sind allein. Ein Spaziergang an der „Strandpromenade“ führt uns zum einzigen Supermarkt. Geschlossen – Winterschlaf. In der nahegelegenen Taverne können wir unser Tablet laden. Wir brauchen Wetterinfos. Leider sind die Vorhersagen oft falsch, da es in dieser Gegend kaum Wetterstationen für die Meteorologen gibt. Dazu kommen Kap- und Düseneffekte. Abends kommt ein Mann an unsere Yacht und will uns mit dem Satz „Fisherman coming“ verjagen. Wir konnten keinen Hinweis erkennen, sonst hätten wir da nicht angelegt. Gestenreich zeigt er auf ein weitab liegendes Schildchen, auf dem in griechischer Sprache der Hinweis steht. Klar, dass wir das nicht verstehen können. Da musste er dann selbst lachen. Wir haben wenig Lust in der Nacht das Boot zu verlegen. Also verholen wir es, damit das Fischerboot Platz zum Anlegen hat.
Stunden später baut sich eine immense, weiße Wand achtern auf! Fisherman coming. Ein riesiger Trawler schiebt sich in die Lücke. Sofort verholen wir unsere Yacht soweit es die Wassertiefe zulässt.

7. Tag 6.10.2016 Liman Kouphu-Sithonia / Porto Carras-Sithonia / Neos Marmara-Sithonia 12 sm
Heute ist Easy-Peasy-Day. Nach gemütlichem Frühstück motoren wir in die ultramoderne Marina von Porto Carras 40°4’36“N 23°47’35“E. Die Ansteuerung ist einfach, da man sich an den weißen Hotelkomplexen orientieren kann. Wir brauchen dringend Diesel und Wasser für unseren nächsten großen Schlag. Außerdem ist Porto Carras für seine guten Rot- und Weißweine bekannt. Wir legen an der Tankstelle an – geschlossen. Die ganze Marina samt Hotelanlage ist verlassen. Weiter nach Neos Marmaras 40°6’N 23°47’E.

Der eigentlich 30 m lange schwimmende Wellenbrecher schwimmt in Stücken im Wasser. Der Captain legt an einem der beiden Stege an und der Kampf mit dem Wind, der Mooringleine für Dampfer, die so dick ist, dass sie kaum auf die Klampe passt, und den Festmacherleinen beginnt. Nach einer Stunde liegt die Yacht sicher. No help beim Anlegen. Kein Mensch ist am Pier. Wir wollten auf garkeinen Fall ankern, da wohl sehr viel Schrott auf dem Grund liegt. Schnell werden sämtliche Geräte an den Strom angeschlossen. Erst dann gibt’s den Ankerschluck und eine kleine Mahlzeit. Hier soll es Diesel vom Tankwagen geben. Schließlich hilft uns ein Taxifahrer, der ein bisschen Englisch spricht, bei der Bestellung eines Tankwagens, denn wir haben den Eindruck, dass unsere Alkinoi ein durstiges Mädchen ist. Spannend, spannend, ob das wohl alles klappt, denn hier ist auch season-end, viele Geschäfte und Tavernen sind geschlossen.

8. Tag 7.10.2016 Neos Marmaras-Sithonia / Pirgadhikia-Festland 52 sm
Tatsächlich kommt der Tankwagen und während der Captain Diesel bunkert finde ich auf der Suche nach einem Bäcker auch den Wein von Potro Carras. Altinoi schluckt nur 39 l, wir haben mit 60 l gerechnet. Gut für die Bordkasse, peinlich gegenüber dem Tankwagenfahrer. Doch mit 10 € bringen wir ihn doch zum Strahlen. Dank vollem Tank düsen wir fockunterstützt mit 7 Knoten Fahrt nach Pirgadhikia. Unterwegs begleiten uns 5 Hubschrauber und eine Gullet vor dem Berg Athos. Was ist hier los? Wir sind es gewohnt alleine auf dem Meer zu sein. Eine Delphinschule begleitet uns. Mit ca 8 kn schießen sie unter der Yacht hindurch. Immer wieder schön, diese anmutigen schnellen Tiere zu beobachten. Pirgadhikia liegt auf dem Festland am Scheitel des Singitischen Golfs mit Blick auf die Chalkidiki Halbinseln Sithonia und Athos. An der Ostseite der Bucht gibt es einen Ponton, der nur noch in Stücken vorhanden ist. Ein Angler hilft uns beim Längsanlegen. Dann beginnt der Landregen. Gut, dass wir dafür ausgerüstet sind.
Abenteuerlicher Weg am Abend zur Taverne. Da der Schwimmsteg zerbrochen ist müssen wir unsere Passarella mitnehmen um die 1-1,5 m langen Lücken überbrücken zu können. In der einzigen Taverne nimmt man nicht viel Notiz von uns. Die Speisekarte ist extrem übersichtlich. Trotzdem überrascht uns der Koch mit einem leckeren Essen. In totaler Finsternis arbeiten wir uns im Schein unserer Taschenlampe und der glücklicherweise extralangen Passarella zurück zur Yacht.

9. Tag 8.10.2016 Pirgadhikia-Festland / Ormos Mesopangia Nord-Nisis Diaporos 14 sm
Wir legen um 10 Uhr ab und segeln in den Nordteil der kleine Bucht Mesopangia der Insel Diaporos. Bei der Ansteuerung ist auf Riffe im Wasser zu achten. Genüsslicher Nachmittag mit Anker im türkisblauen Meer, mit den Köstlichkeiten der Bordküche. Ein schönes Wochenende, an dem auch die Griechen ihre Bötchen spazierenfahren.

10. Tag 9.10.2016 Ormos Mesopangia Nord-Nisis Diaporos 14 sm /Amoulliani Stadthafen-Nisos Amoulliani 15 sm
9:45 Anker lichten und durch die schmale Öffnung der Bucht tuckern. Raumschots bei 4-5 Bft Wind bei kabbeliger See zum Nord-Osten der Insel. Im Stadthafen Amoulliani 40°20’N 23°55’E legen wir sauber mit Buganker an. Im Laufe des Nachmittags zwängt uns ein großes Ausflugsboot, das morgen zum Berg Athos fährt ein. Hoffentlich können wir morgen ohne eine Leine zu fangen in der ersten Dämmerung, vor unserem langen Schlag um den heiligen Berg Athos, gut ablegen.In der Hafentaverne werden wir sehr freundschaftlich empfangen und bekommen zum Abschied ein Mönchsbrot geschenkt.

11. Tag 10.10.2016 Amoulliani Stadthafen-Nisos Amoulliani / Alyki-Thasos 62 sm
6:15 es ist stockdunkel. Eine große Aufgabe wartet auf uns: wir müssen unsere Alkinoi, an Steuerbord  eingequetscht von einem Ausflugsdampfer, dessen Captain sich um seine Fenster sorgt und deshalb ein klitzekleines Fenderle angebracht hat, und an Backbord liegt ein Fischerboot, das heute Nacht seine Mooringleine vor unseren Bug gelegt hat, aus der Lücke bringen. Dazu müssen wir unseren Anker, der schräg zum Dampfer liegt lichten. Wir schleichen uns aus der Lücke und motoren zum dritten Finger der Chalkidiki, zu den Athosklöstern. Delphine begrüßen uns zur aufgehenden Sonne.
Majestätisch liegt der 2033 m hohe, heilige Berg Athos vor uns.
Die autonome Mönchsrepublik besteht aus unglaublich großen Klosteranlagen, die auf  den Klippen liegen und unzähligen Einsiedeleien, die in schwindelerregenden Höhen am Berg kleben .
Wir halten respektvoll den 5oo m gewünschten Abstand und staunen über die Vielzahl der Eremitagen und Klausen, die überall am Berg verstreut sind und bewundern den Mut der ca. 2000 Mönche und Einsiedler, die sich hier niedergelassen haben. An der Südspitze noch unter Motor. Am Kap gibt es Verwirbelungen und Fallböen, die mächtig ins Segel blasen.
Mit Am-Wind-Kurs flitzen wir durch die Wellen, bis kurz vor Thasos der Wind nachlässt. Bei der Ansteuerung muss auf kleine Felsen, auch unter Wasser, geachtet werden. Wir erreichen um 17 Uhr die Ankerbucht Alyki 40°36’17“N 024°44’30“E im Süd-Osten der Insel. Endlich rasselt der Buganker. Er hält gut im Sand- und Seegrasgrund. In der Bucht sehen wir die Folgen des großen Waldbrandes vor 14 Tagen. Ankerschluck, niemand weit und breit, bis ein Holländer sich direkt neben uns legt. Aus der Kombüse duftet ein Knoblauch-Tomatensößchen für Penne mit Parmesan. Dazu den leckeren Chateauwein von Porto Carras. Ein Cabernet Sauvignon aus der aufstrebenden Bio-Kellerei. Wenn nicht jetzt, wann dann? Wir sind happy, dass der lange Schlag so reibungslos gelungen ist und werden bis zur Ankerwache sanft in der Schlaf gewiegt.

12. Tag 11.10.2016 Alyki-Thasos / Stadthafen Thasos 20 sm
Nach dem Frühstück der übliche Wettercheck. Hier unter verschärften Bedingungen. Da es keine stehende Telefonverbindung gibt haben wir auch keine Wetterdaten. Wir sind so gesehen schon am Ende der Welt. Es stellt sich dann doch noch heraus, dass es in der Nacht kräftige umlaufende Winde geben wird. Somit ist unsere Ankerbucht nicht sicher. Schnell ist der Entschluss gefasst im Stadthafen in Thasos einzulaufen. Da es nur Welle, aber keinen Wind gibt laufen wir unter Motor entlang der abwechslungsreichen Küste. In riesigen Steinbrüchen wird hier Marmor abgebaut. Unterwegs müssen wir vielen Fischerbojen ausweichen, die schlecht gekennzeichnet sind. Wahrscheinlich werden in den Reusen Crevetten gefangen, die hier von besonders guter Qualität sein sollen.
Im Stadthafen legen wir längs an Backbord an. Die Pier ist mehrere hundert Meter lang hat jedoch nur eine Wasserstelle. Das ist unser Platz! Heute ist ein riesiges Kriegsschiff unser Nachbar. Ansonsten sind wir mal wieder auf uns selbst gestellt. Niemand nimmt Notiz von uns oder gar die Festmacherseile an. Wir könnten 100 Flüchtlinge an Bord haben. Kurz nachdem wir angelegt haben bricht ein Gewitter los. Wie könnte es anders sein, ein Mann mit Schirm verjagt uns, weil am nächsten Morgen eine große Fähre kommen wird. Schnell am einzigen Schlauch Wasser gebunkert und das Schiff verholt. Dann kommt eine Schnellfähre (Zigarre) und wir müssen die Alkinoi nochmals um 10 m verholen. Jetzt ist alles so, wie der Grieche will und wir können in der Taverne Tavernaki vorzügliche Crevetten und die beste Moussaka aller Zeiten essen.

13. Tag 12.10.2016 Stadthafen Thasos / Inselrundfahrt mit dem Auto
Mit unserem kleinen roten Panda fahren wir über Primos zum kleinen Hafen von Skala Kollirachis nach Skala Marion. Dort zweigen wir ab zum Kloster Panagias und fahren nach der Besichtigung entlang an uralten, knorrigen Olivenbäumen nach Maries. Endstation: wir dürfen nur auf geteerten Straßen mit dem Mietauto fahren. In Maries kann man nur zu Fuß zum See gelangen. Wir laufen nicht, wir fahren entweder Schiff oder Auto. Einer Bäurin kaufen wir Honig ab. Sie freut sich sehr, denn hierher verirren sich nicht viele. Wieder zurück zur Abzweigung nach Castro. Kontrastprogramm: eine ausgebaute Straße mit Verkehrsschildern, Leitplanke und Mittelstrich führt zu dem kleinen Nest Castro. Europa lässt grüßen! Castro ist ein von den Bewohnern verlassener Ort. Die verfallenen Häuser wurden von Griechen und Ausländern nun zu Feriendomizilen ausgebaut. Auf der Anhöhe befindet sich eine kleine Kirche und ein Beinhaus. Der Kneipenbesitzer Kostas hat den Schlüssel zu der angrenzenden unglaublich schönen Kirche.Ein Juwel in dieser verlassenen Gegend. Wir fahren weiter zum Hafen von Limenari. Dort wird der Wellenbrecher mit riesigen Felsbrocken, zum Teil aus Marmor, mit Baggern befestigt. Deshalb wird morgen dieser Hafen nicht von uns angelaufen.
Auf der Küstenstraße geht’s weiter zum Nonnenkloster Panagia Archagelos. Schöne Anlage, die wir schon beim Vorbeisegeln bewundert haben. Im Kloster muss ich bei der Besichtigung einen langen Rock über die Hose ziehen. Das Waffenarsenal ist beachtlich. Im Klostershop kann man Häkelschmuck kaufen, den die Nonnen herstellen. Weiter über unsere Alyki-Bucht zum Golden Beach der Ostküste entlang. Wir sind zur falschen Jahreszeit hier um den Strand zu genießen. Hier ist alles schon für den Winterschlaf eingemottet. Zurück zur Yacht, es regnet in Strömen.

14.Tag 13.10.2016 Stadthafen Thasos / Kallirakhis-Thasos 15 sm
Teils unter Motor, teils raumschots erreichen wir den kleinen Hafen von Kallirakhis40°42’N 024°33’E. an der Westküste der Insel Thasos. Die Einfahrt ist gut mit rotem und grünem Licht gekennzeichnet. Wir legen längs zwischen ankommenden Fischerbooten an, die Fangkörbe aus- und einladen. Spaziergang durch den kleinen verschlafenen Ort. Wir liegen direkt hinter dem Wellenbrecher, der zumTeil aus Marmorblöcken besteht. Zum Sonnenuntergang besteigen wir ihn und genießen den Blick über das Meer mit einem kühlen Glas Weißwein.

15.Tag 14.10.2016 Kallirakhis – Thasos / (Kavalla) Keramuti – Festland 17 sm
Last Day! Motoren bis der Wind kommt. Hart am Wind segeln wir nach Nord-Ost mit Wind aus Ost 4 Bft Böen 5 durch Fischerbojen hindurch nicht nach Kavalla sondern nach Keramuti. Unser Törnvertrag lautete One-Way Skiathos – Kavalla. Glücklicherweise hat der Captain beim Richten der Papiere für die Übergabe entdeckt, dass Alkinoi den Heimathafen Keramuti und nicht Kavalla hat. Ein Telefonat schafft Klarheit: Fehler im Törnvertrag. Kavalla liegt 42 km entfernt von der Basis Keramuti. Freundliche Übergabe unserer Alkinoi. Sie wird sofort wintersturmfest vertäut. Auch in Keramuti kann man die verschiedenen, oft futuristischanmutenden Fährentypen studieren.

16.Tag  15.10.2016 Keramuti / Kavalla
An unserem letzten Urlaubstag besuchen wir mit dem Bus den Markt in Xanthi und verabschieden uns vor unserem Heimflug mit dem Blick von der Burg in Kavallar  von diesem interessanten Segelrevier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Korfu-Kefalonia 2013 Segeltörn im Ionischen Meer

Korfu-Kefalonia 2013 Segeltörn im Ionischen Meer

Unser Törn führt uns von

Gouvia Marina-Korfu nach Petriti-Korfu, Lakka-Paxos, Lefkas-Levkada, Porto Spilia Spartachorion-Meganisi, Kalamos-Kalamos , Kioni-Ithaka, Efimia-Kefalonia, Pera Pegadi, Syvota-Levkada, Gaios-Paxos, Petriti-Korfu, Gouvia Marina-Korfu

Gesamtstrecke
272 sm

Segelzeit
2 Wochen
7. September – 21. September 2013

Segelyacht
Bavaria 38 Baujahr 2008

Crew
Werner und Ursula

Allgemeines
Die Ostküste des Ionischen Meeres  wird von Albanien, dem griechischen Festland und dem Peloponnes begrenzt. Zwischen den Ionischen Inseln und dem Festland gibt es kaum Strömungen und Gezeiten. Die Inseln Korfu, Paxos, Antipaxos, Levkada, Ithaka, Kefalonia und Zakynthos verlaufen parallel zur westgriechischen Festlandküste. Türkisblaues Wasser, spektakuläre Steilküsten, wunderschöne Ankerbuchten, güne Landschaft, pastellfarbene Häuser, sehr freundliche Menschen – ein Revier, wie es sich jeder Segler wünscht. Es ist ein gut erschlossenes Leichtwindgebiet, einfach zu befahren und somit geeignet für Familientörns und Segelnovizen. Die Segelbedingungen sind günstig und vorhersehbar. Die Segelsaison beginnt im April und endet im Oktober. Ab Mai ist das Wetter sehr beständig mit Windstärke 2-5 Bft. Man segelt gemächlich mit der Mittagsbrise, ideale Thermik am Nachmittag, nachts schläft der Wind meist ein. Im Frühjahr und Herbst sind die Winde anspruchsvoll mit starken Böen.

Hilfreich ist die Verwendung des Greek Waters Pilot.

Alle unsere Angaben sind ohne Gewähr.

1. Tag Samstag 7.9.2013 Ankunft Korfu
Früh morgens bringt uns ein Taxi, nach einer Preisverhandlung, vom Flughafen zur Marina Gouvia.
Unsere Bavaria 38 „Pelias“ ist noch nicht fertig. Kein Problem, wir frühstücken an der Mole, bunkern im etwas entlegeneren, daher preiswerteren Supermarkt für unseren zweiwöchigen Törn. Zwischenzeitlich stellt sich heraus, dass „Pelias“ einen Motorschaden hat und Teile gebraucht werden. Wir werden auf den 16 Jahre alten „Platon“ vertröstet. Wir haben wenig Lust zwei Wochen auf dem alten, schon sehr in die Jahre gekommenen Kahn zu segeln. Die Charterleute verstehen uns und bieten an, dass wir mit Platon auslaufen und sie uns Pelias hinterhersegeln, wo immer wir sein werden. Platon muss aber zuerst noch gereinigt werden. Also gehen zwei Putzfrauen an Bord und – vespern erst mal. We all have time. Das Warten überbrücken wir mit einem Mittagssnack an der Mole. Dann machen wir uns mit unserer neuen, alten Yacht vertraut, füllen die Schapps und sind somit morgen zum Auslaufen bereit.
Am Abend besichtigen wir die Festung Paloió Froúrio.

Sie ist von einem schützenden Burggraben umgeben.
Die gut erhaltene Festung wird nur über diese Brücke erreicht.
Die Insel war 1204 Teil der Venezianischen Republik. Dies sieht man heute noch an Gebäuden und den venezianisch angehauchten Boutiquen und apparten Geschäften.

2. Tag Sonntag 8.9.2013 Gouvia Marina-Korfu / Petriti-Korfu 12 sm

Im Laufe des Vormittags kommt die gute Nachricht, dass „Pelias“ repariert werden kann. Das Auslaufen ist für den Nachmittag vorgesehen. Gepäck und Einkauf raus aus „Platon“, rein in „Pelias“. Die Charter-Crew von Nomicos Yachts gibt uns sehr freundlich eine gründliche Einweisung. Die Hafenausfahrt der Marina in Gouva ist eine gut betonnte Fahrrinne. Mit Motor nehmen wir Kurs auf Petriti an der südlichen Ostküste von Korfu. Bei einem Nordwind von 10 Knoten hissen wir die Segel und fahren raumschots mit 5 Knoten zum Hafen von Petriti 39°27,17N 020°0,17E. Von Norden kommend sieht man bei bei der Ansteuerung zunächst die markanten Felsen von Voukari. Danach muss die befeuerte Mole wegen Untiefen großräumig umfahren werden. Fischerboote haben den Hafen besetzt. Wir gehen zurück in die  weiträumige und stimmungsvolle Bucht vor dem Hafen. Der Anker fällt in 3 m Tiefe und hält gut im Seegras, Sand und Schlick.

3. Tag Montag 9.9.2013 Petriti-Korfu / Lakka-Paxos 20 sm
Anker lichten. Die elektrische Winsch müht sich den vergrasten Schlammanker zu hieven. Der Wind bläst uns mit 12-17 Knoten in die Segel. Wir fahren einen Amwind-Kurs mit 5-6 Knoten.
Lakka 39°14,35’N 020°8,02’E liegt im Norden der Insel Paxos. Da die Entfernung zu Korfu nur 7 sm beträgt sind hier viele Wasserfahrzeuge im Revier. Wunderschöne felsige Steilküste. Die Hafenleuchtfeuer sind von Norden kommend erst kurz vor der problemlosen Ansteuerung zu sehen.  Wir ankern, mit vielen anderen Seglern, in der malerischen, fast von Land umschlossenen sicheren Bucht von Lakka. Das klare türkiesblaue Wasser lädt zum Schwimmen und Ankerabtauchen ein. Dieser hält sehr gut im Sand.

4.Tag Dienstag 10.9.2013 Lakka-Paxos /  Lefkas-Levkada 42 sm
Im ersten Morgenlicht Anker auf und unter Motor entlang an den malerischen Grotten von Paxos zum Frühstücks-Ankerstopp in die Bucht von Frika im Norden von Antipaxos. Sie ist belegt, der Himmel bedeckt, alles nicht so verlockend für einen Stopp. Da unser Weg noch lang ist, beschließen wir den Autopiloten unter Motor weiterfahren zu lassen und während der Fahrt gemütlich zu frühstücken. Wir passieren die Steilküste von Antipaxos und erreichen die Insel Levkada von Norden. Zwischen der Insel und dem Festland verläuft ein Kanal, den wir nun ansteuern wollen. Die Kanaleinfahrt ist erst aus einer Entfernung von 2-3 sm zu erkennen. Spätestens jetzt empfiehlt es sich die Segel zu bergen, denn die Ansteuerung ist schwierig. Man muss auf Sandbänke achten. Außerdem besteht bei starkem Wind die Gefahr in Legerwall zu geraten. Wir passieren das orientalisch anmutende Fort Agios Mavra und laufen genau um 15 Uhr in den Kanal ein 38°50,79’N 020°43,42’E.  Nun müssen wir warten bis die Drehbrücke, welche die Insel mit dem Festland verbindet, sich öffnet. Normalerweise öffnet sie zu jeder vollen Stunde. Trotzdem müssen wir zusammen mit vielen anderen Booten noch warten. Alle Yachten müssen im Leerlauf in Bereitschaft gehalten werden. Der Wind bläst und es gelingt nicht allen Rudergängern ihre Yacht in Wartestellung zu halten. Endlich öffnet die große Brücke und die Kanaldurchfahrt kann beginnen. Die Fahrrinne ist schmal und gut gekennzeichnet. Mit starker Strömung muss gerechnet werden. Rechts und links sehen wir Salinen. Nach ca. o,5 sm erreichen wir die Marina von Lefkas. Wir haben uns für die private Marina und nicht für den Stadthafen entschieden, da dort an der Hauptstraße angelegt wird. Wir werden vom Hafenmeister eingewiesen und legen mit Mooringleinen an. Die Gegend ist Erdbeben gefährdet. Die letzte Erschütterung war 2003. Das große Beben von 1953 veranlasste die Bewohner den Kirchturm von Agios Nikolaos als Stahlgerüst nachzubilden. Die Stadt hat für uns keinen besonderen Reiz, wir vermissen unsere Ankerbucht.

5. Tag Mittwoch 11.9.2013 Lefkas-Levkada / Porto Spilia Spartochorion-Meganision 16 sm
Wir motoren durch den gut betonnten Kanal vorbei an der Insel Skorpios 38°41N 020°44’E, die dem Reeder Onassis gehörte. Das parkähnliche Anwesen wird durch viele Wächter, auch in Schlauchbooten agierend, geschützt. Wir passieren Nidri auf Levkada 38°43’N 020°43’E, genießen die Landschaft und schippern zur Bucht von Vlycho 38°41,19’N 020°42,28’E. Hier zerstörte vor 2 Jahren eine fürchterliche Hurrikan-Sturmböe in kurzer Zeit Hafenanlage und Yachten und sorgte auch für Chaos an Land. Heute tummeln sich Surfer, Schwimmer, Segelschulen und Drachenflieger, die von Motorbooten gezogen werden, im Meer. Nichts wie weg! Zum Abschied tauchen Delphine auf. Wir umrunden Skorpios. Ohne Wind tuckern wir an einem sehr schönen Küstenpanorama entlang nach Porto Spilia 38°39,8’N 020°45,7’E auf Meganisi.  Bei der Ansteuerung zwischen Skorpios und Meganision muss auf das  Riff Cheiromyti geachtet werden.
Das Dorf Spartochorion 39°40’N 020°47’E hoch oben auf einem Fels über der Bucht liegend, ist von Nord und West gut zu erkennen. Beim Einlaufen in die Bucht sehen wir sofort den Hafen und machen am Schwimmsteg mit Mooringleinen fest. Der mühevolle Aufstieg zum Dorf wird durch einen herrlichen Blick auf die Inseln belohnt.

6. Tag Donnerstag 12.9.2013 Porto Spilia Spartochorion-Meganision / Kalamos-Kalamos 16 sm
Ablegen und an Vathy vorbei zu den Fjorden Kapali, Ambelaki und Atherinos. Dann werden die Segel gesetzt. AmWind-Kurs bei 10-15 kn Wind gen Porto Leone 38°36,0’N 020°53,2’E. Sehr attraktive Ankerbucht südöstlich von Kalamos. An der Einfahrt stehen zwei Windmühlenruinen. Auch hier hat das große Erdbeben von 1953 die Lebensgrundlage der Fischer und Bauern zerstört. Die Brunnenschächte bekamen Risse. Dadurch sickerte Meerwaser ein. Heute gibt es nur noch die gelbleuchtende Kirche,
die immer noch von Gläubigen besucht und gepflegt wird. Von Süden kommend müssen wir am Nachmittag mit Fallwinden zwischen den Inseln Kastos und Kalamos rechnen.
Bei der Ansteuerung des Stadthafens von Kalamos 38°37,40’N 020°55,94’E können wir uns an den Windmühlen orientieren. Glücklicherweise sind wir rechtzeitig angekommen, denn nach uns ist die Hölle los. Wir legen an der Mole mit Buganker an. Sand, Schlick und Bewuchs gebe guten Halt. Der selbsternannte Harbourmaster und Tavernenbesitzer George dirigiert die nachfolgenden Yachten virtuos ins Hafenbecken. Trotzdem ist der Ankersalat vorprogrammiert. Regen in der Nacht.

7. Tag 13.9.2013 Freitag Kalamos-Kalamos / Kioni-Ithaka 19 sm
Später Start, da sich einige Ankerketten über uns gelegt haben. Genialer Windstart. Es bläst mit 12-17 Knoten. Eine frische Brise mit bewegter See und weißen Schaumkrönchen. AmWind von Kalamos über Kastos zur Insel Atokos zur One-House-Bay 38°29,02’N 020°49,24’E. Weiter zur Insel Ithaka, die Homer zufolge Odyseus Heimat ist. Die Ansteuerung vom Hafen in Kioni 38°26,85’N 020°41,70’E ist einfach, nur die Fallwinde können den Skipper plagen. Da es nur wenige Liegeplätze gibt, empfiehlt sich frühes Einlaufen. Nettes kleines Hafenstädtchen mit einem Goldschmied, der kleine 14 karätige Segelbootanhängerchen schmiedet und ein Händler, der mit seinem Gemüsewagen direkt an die Mole kommt.

8. Tag 14.9.2013 Samstag Kioni-Ithaka / Efimia-Kefalonia über Fiscardo 20 sm
Kirchengeläut am frühen Morgen! Nachdem sich das Spektakel dreimal wiederholt, heißt es Anker auf zur Nordspitze von Ithaka. Mit Halbwind zur Bucht von Fiskardo auf Kefalonia. Dann exakt vor dem Wind mit Butterfly bei 5-6 Bft jagen wir mit 5-7 kn durch die Meerenge zwischen Kefalonia und Ithaka. Eine Düse, die es in sich hat. Große Wellen brechen sich, Gischt kommt über. Bei 6 Bft laufen wir in Efimia an der Westküste ein 38°18,02’N 020°36,13’E. Da Sturm angesagt ist ankern wir nicht in der weiträumigen Bucht. Strammes Anlegemanöver zu zweit auf der Yacht mit Buganker bei 15 Knoten Wind von Steuerbord. Glücklicherweise hält der Anker gleich und wir können die Yacht sturmfest vertäuen. Nachbarboote kommen mit dem felsigen Sandgrund nicht so gut zurecht, fangen unsere Ankerkette und wir haben alle Hände voll zu tun ihre Yacht abzuhalten, beziehungsweise beim Anlegen zu helfen. Die Crew einer Flotille ist maßlos überfordert. Dann nehmen wir den Ankerschluck und ein Zweigang-Menü aus der Kombüse ein. Der anschließende Barausflug beschert uns eine superschnelle W-lan-Verbindung um unsere Wetterdaten herunter zu laden.

9. Tag 15.9.2019 Sonntag Efimia-Kefalonia / Pera Pegadi / Syvota-Levkada 32 sm
Unter Motor um die Südspitze von Ithaka. Südöstlich von Ithaka passieren wir die Durchfahrt  zwischen der Insel Ithaka und dem kleinen Inselchen Pera Pegadi. Glasklares Wasser mit einer Tiefe von 2,5 – 5 m lässt uns jedes Sandkorn auf dem Grund sehen. Auf der Weiterfahrt kommt die Sensation: ca. 30 Delfine umschwimmen und untertauchen unsere Yacht. Der Wind bläst mit 4 Bft in die Segel und trägt uns bei Halbwind mit 5 – 7,5 Knoten Fahrt in die geschützte Bucht nach Syvota auf Levkada 39°24,4’N 020°14,2’E. Obwohl die Bucht groß ist finden wir keinen geeigneten Ankerplatz. Da für morgen Sturm angesagt ist machen wir lieber an der Stadtmole fest.
Bald liegen wir wie Heringe in der Dose am Kai und immer noch kommen Schiffe in die Bucht. Der Kampf um den Liegeplatz ist eröffnet und das in der Nachsaison.
2 Holländerinnen quertschen sich an Backbord zwischen uns und eine 52 Fuß-Yacht. Trotz mehrmaliger Versuche hält ihr Anker nicht. Bei manchen Bootsbesatzungen fragt man sich, wie sie unbeschadet so weit gekommen sind. Zum guten Schluß vertäuen wir ihren Kahn zwischen unseren Booten. Nettes Städtchen. Wieder treffen wir auf sehr freundliche Café- und Restaurantbesitzer.

10. Tag 16.9.2013 Montag Syvota-Levkada Sturmtag im Hafen
Eigentlich ein Ruhetag, doch der Sturm pfeift im Rigg, rüttelt am Bimini. Wir sind nur damit beschäftigt den Anker nachzuziehen, Nachbarboote zu vertäuen, Sprayhood und Bimini mit dem Schiffsschrubber vom Regenwasser freizuhalten. Es gießt wie aus Kübeln. Draußen auf dem Meer tobt der Sturm.
Schiffe laufen aus und kommen ganz schnell wieder zurück, aber zwischenzeitlich haben die Ankerlieger ihre Molenplätze belegt. Chaos pur. Mittlerweile hat eine Flotillenyacht neben uns festgemacht. Die neue Besatzung, absolute Segelfrischlinge, werden fürs Auslaufen vorbereitet. Unverantwortlich sie in den Sturm zu schicken! Eine Windhose jagt durch die Bucht und lehrt das Dingi einer vor Anker liegenden 52-Fuß-Yacht das Fliegen. Ein unglaubliches Szenario, wie hier die großen vor Ankerliegenden Yachten hin- und hergewirbelt werden.Wir bleiben im Hafen ganz nach dem Motto: Lobe das Meer und halte dich an Land. Unsere Entscheidung gestern war richtig nach einer Wettervorhersage von 5 Bft, Böen 8.

11.Tag 17.9.2013 Dienstag Syvota-Levkada / Gaios-Paxos 50 sm
Ablegen mit klassischer Musik im Cockpit, dem ersten Morgenlicht entgegen. Eine Windhose steht über der Ausfahrt der Bucht. Ein unglaubliches Naturschauspiel. Der Wind ist eingeschlafen. Weiter unter Motor bis zum Kanal von Lefkas. Die südliche Ansteuerung der Kanaleinfahrt ist einfach, da sie schon frühzeitig betonnt ist. Punkt 10 Uhr sind wir da und schippern im Konvoi mit anderen Seglern durch den schmalen Kanalbis zur Drehbrücke von Lefkas. Am Ende des Kanals beschließt der Captain die Weiterfahrt bis Gaios auf Paxos. 7 Stunden lang reiten wir die Wellen vom gestrigen Sturm ab. Nicht enden wollende Wellentäler wechseln sich mit brechenden Wellen ab, Gischt kommt über. Endlich erreichen wir den U-förmigen Kanal der sich um das Inselchen Agios Nicolaos legt.  Wir wählen die nördliche Einfahrt 39°12,2’N 020°11,5’E. Hier ist Vorsicht geboten, da die Kurve sehr schaf ist und man entgegenkommende Schiffe erst sehr spät sehen kann. Die südliche Einfahrt ist nur für kleinere Boote -Wassertiefe 2m- geeignet. Außerdem ist sie sehr schmal und man kann bei entgegenkommenden Booten nicht manöverieren.  Den äußeren Rand bildet das Städtchen Gaios. Hier sind schon viele Yachten römisch-katholisch festgemacht. Da wir auf keinen Fall weitersegeln möchten, warten wir sehr geduldig und für alle klar zu erkennen, bis das Ausflugsboot Captain Hook abgelegt hat und wir an dem freiwerdenden Anlegeplatz festmachen können. Trotzdem beginnt das Kampfanlegen, da immer mehr Yachten einlaufen. Schließlich fällt unser Anker an der Anlegestelle für Ausflugsboote, die wir bis morgen 10 Uhr belegen dürfen.

12.Tag 18.9.2013Mittwoch Gaios-Paxos / Petriti-Korfu 30 sm
Der Windfinder hat seine Wellenprognose auf 1 Meter heruntergenommen. Mit der gemütlichen Wetterprognose von 2 Bft Böen 3 machen wir den Ausflugsbootsanleger frei und laufen aus zur Nachbarbucht. Doch es wird ein flotter Ritt: mit 5-7,5 Bft Am-Wind-Kurs machen wir 5-7,5 Koten Fahrt nur mit der Genua bei 1-2 m Welle.Wir düsen über das Meer, der Gläserschrank klirrt, Lifebelt einhaken! Welch ein Spass.
Wir steuern Petriti 39°27,17N 020°0,17E an. Von unserem ersten Besuch wissen wir, dass die befeuerte Mole wegen Untiefen großräumig umfahren werden muss. In der Bucht fällt unser Anker. Schwimmen in türkisfarbenem Wasser. Am Ende des Tages blicken wir in dieser friedlichen, wunderschönen Bucht auf einen tollen Segeltag zurück.

13.Tag 19.9.2013 Donnerstag Petriti-Korfu
Wir fühlen uns in der Bucht und in dem verschlafenen Fischerörtchen so wohl, dass wir uns nicht trennen wollen. Ein Platz zum Schwimmen, Relaxen und die Seele baumeln lassen. Die Restaurants sind einfach, servieren ihren fangfrischen Fisch oder Meeresfrüchte. Alles ohne Hektik und sehr freundlich.

14. Freitag 20.9.2013Tag Petriti-Korfu / Gouvia-Korfu 15 sm
Die 15 Seemeilen bis zu unserem Stützpunkt 39°39,0’N 019°51,0’E legen wir unter Motor zurück. Ein Mariniero weist uns zu unserem Liegeplatz, wo mit Moorings festgemacht wird. Problemlose Übergabe unseres „Pelias“. Wir haben noch genügend Zeit Korfu Stadt zu genießen bevor wir morgen unseren Heimflug nach Stuttgart antreten und der Basis und den vielen freundlichen Griechen „efkaristo“ und „jassu“ sagen.